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KINO: Explosiver Vatertausch

Ein Bombenentschärfer erfährt, dass sein geliebter Vater nicht sein Erzeuger ist – eine intelligente und heitere Familiengeschichte.
Julia Nehmiz
Der Bombenentschärfer Erwan (Francois Damiens) verliebt sich in seine Halbschwester (Cécile de France). (Bild: PD)

Der Bombenentschärfer Erwan (Francois Damiens) verliebt sich in seine Halbschwester (Cécile de France). (Bild: PD)

«Ôtez moi un d’oute» startet explosiv: Bombenentschärfer Erwan (François Damiens) passiert bei der Arbeit ein Missgeschick. Und so zupackend und behutsam, wie Erwan in diesem französischen Film in der Erde nach Munition gräbt, geht er auch sein Familienleben an. Als bei einem DNA-Test zufällig herauskommt, dass sein geliebter Vater nicht der biologische Vater ist, implodiert sein Weltbild. Die beauftragte Privatdetektivin präsentiert ihm den skurrilen Joseph (André Wilms) als neuen Vater. Der kann sich allerdings an die Zeugung nicht erinnern. Und während sich die beiden annähern, verliebt sich Erwan in seine Halbschwester und versucht, seine Tochter zu überzeugen, dass sie den Vater ihres Kindes zur Verantwortung rufen soll – sie wurde von einem als Zorro verkleideten One-Night-Stand auf einer Party geschwängert.

Was soll und kann Familie eigentlich sein?

Das klingt nach absurd-übertriebenem Storytelling einer Vorabendserie, ist bei der französischen Regisseurin Carine Tardieu aber eine intelligente, leise, und doch heitere Geschichte um die Frage, was Familie eigentlich soll und sein kann. «Ôtez moi un d’oute» ist eine Mischung aus romantischem Verwirrspiel, klugem Gesellschaftsbild und schmerzhafter Identitätssuche.

Das leichtfüssige Drehbuch liefert launige Dialoge, das hervorragende Ensemble bringt liebenswerte Protagonisten auf die Leinwand. Die belgischen Schauspiel-Stars François Damiens als gutmütiger bretonischer Witwer und Cécile de France als selbstbewusste Ärztin und Halbschwester dröseln berührend ihr kompliziertes Beziehungsgeflecht auf, André Wilms bringt als vermeintlicher Vater Skurrilität hinein. Das ist wunderbar anzuschauen, und macht einmal mehr deutlich: Eigentlich hat jede Familie ein mehr oder weniger gut gehütetes Geheimnis. Spannend ist, wie damit umgegangen wird.

Julia Nehmiz

julia.nehmiz@tagblatt.ch

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