KESB erhält Drohungen – Medienkonferenz abgesagt

Die im Tötungsdelikt von Flaach ZH involvierte Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) steht stark unter Druck. Wegen massiver Drohungen mussten das Sicherheitsdispositiv für die Behörde verstärkt und eine ursprünglich angesagte Medienkonferenz abgesagt werden. Die Behörde gibt derweil erste Ergebnisse der internen Abklärungen bekannt.

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Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) in Winterthur steht stark unter Druck. (Bild: Keystone)

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) in Winterthur steht stark unter Druck. (Bild: Keystone)

Die KESB Winterthur-Andelfingen arbeite mit Hochdruck an der internen Aufarbeitung zum Kindesschutzverfahren von Flaach, wie sie in einer Mitteilung vom Montag schreibt. Die gesetzliche Schweigepflicht verbiete es aber, gegenüber der Öffentlichkeit Details zum konkreten Fall bekanntzugeben. Die zuständige KESB betont in ihrer Mitteilung, dass es nach wie vor keine Hinweise darauf gebe, dass sie die akute Gefährdung der beiden Kinder durch die tatverdächtige Mutter hätte erkennen können. Die vorübergehende, vorsorglichen Platzierung des Mädchen und des Knaben im Heim sei nach einer sorgfältigen Risikoabwägung erfolgt.

Angehörige in Verfahren «eng involviert»
Die zuständige Behörde weist in ihrer Mitteilung darauf hin, dass die Angehörigen in diesem Verfahren «eng involviert» gewesen seien und dass es «zahlreiche persönliche Gespräche» gegeben habe. Es seien auch keine definitiven Entscheide gefällt worden, heisst es weiter. «Verschiedene Abklärungen waren noch ausstehend.»

In verschiedenen Medien wurde dieser Tage die Frage aufgeworfen, weshalb die Grosseltern die beiden Kinder nicht zu sich nehmen durften. Die KESB dürfe solche Fragen nicht beantworten, weil sie den Persönlichkeitsschutz und die Schweigepflicht tangierten, schreibt die Behörde dazu in ihrer Mitteilung.

Notfalldienst
Es habe auch einen Notfalldienst gegeben, der eine minimale Erreichbarkeit zwischen Weihnachten und Neujahr sichergestellt hatte, heisst es weiter. Dass der Bezirksrat über die Feiertage nicht erreichbar sei, hätten aber alle Involvierten wissen müssen.

Die KESB Winterthur-Andelfingen betont in ihrem Schreiben auch, dass sie es begrüsst, dass die Direktion der Justiz und des Innern als Aufsichtsbehörde den Fall untersuchen werde. (sda)