Keine Elefanten mehr im Circus Knie

Ab dem kommenden Jahr gibt es im Circus Knie keine Elefanten-Vorführungen mehr. Franco Knie senior spricht von einer emotionalen Diskussion in der Familie - und verneint, dass Druck von Tierschützern eine Rolle beim Entscheid gespielt hat.

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Franco Knie und seine Elefanten werden künftig nicht mehr im Zirkus zu erleben sein. (Bild: Keystone)

Franco Knie und seine Elefanten werden künftig nicht mehr im Zirkus zu erleben sein. (Bild: Keystone)

Mit dem Verzicht auf Elefanten-Nummern im Zirkus brechen die Knies mit einer fast 100-jährigen Familientradition: Seit den 1920er Jahren waren Elefanten ein Markenzeichen des Circus Knie. Künftig sollen die Vorstellungen ohne die graue Riesen stattfinden.

Eine Aufnahme aus dem Jahr 1970: Clown Dimitri erklimmt mit Hilfe einer Leiter einen Elefanten. (Bild: Keystone)
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Die Elefanten-Vorführungen haben viele Menschen erfreut - nun wird es sie beim Circus Knie nicht mehr geben. (Bild: Keystone)
In Reih und Glied: Dickhäuter warten auf ihren Auftritt in der Manege. (Bild: Keystone)
Franco Knie jun. und Linna Knie-Sun trainieren mit ihren Dickhäutern. (Bild: Keystone)
Ein Schnappschuss von einem Elefantenauftritt 2006 in Lausanne. (Bild: Keystone)
Nervenkitzel in der Manege: Franco Knie und einer seiner Elefanten im Jahr 1997. (Bild: Keystone)
Eine Artistin lässt sich von einem Dickhäuter tragen. (Bild: Keystone)
Die Elefantennummern erfordern viel Training. (Bild: Keystone)
Für viele Besucher der Höhepunkt einer Vorführung: die Elefantennummer des Circus Knie. (Bild: Keystone)
So kennen Zehntausende Circus-Besucher die Knie-Elefanten. (Bild: Keystone)
Schöne, bunte Zirkuswelt - nun heisst es Abschiednehmen von den Knie-Elefanten. (Bild: Keystone)
Franco Knie mit seinen Asiatischen Elefanten. (Bild: Keystone)

Eine Aufnahme aus dem Jahr 1970: Clown Dimitri erklimmt mit Hilfe einer Leiter einen Elefanten. (Bild: Keystone)


Drei tote Weibchen
In einer Mitteilung begründete die Familie Knie am Dienstag den Verzicht damit, dass man sich auf die Erhaltung einer "zuchtfähigen und funktionierenden matriarchalen Gruppe" konzentrieren wolle. Deshalb blieben die beiden Elefanten-Damen Dehli und Ceylon, welche diese Saison noch mit auf Tournee sind, künftig zuhause.

Im Juni und Juli waren drei alte Elefantenweibchen gestorben. Sumatra war laut Mitteilung mit 53 eines natürlichen Todes gestorben. Die 52-jährige Siri hatte fortgeschrittenen Krebs und die 54-jährige Patma litt an einer zunehmenden Niereninsuffizienz. Die beiden Kühe mussten eingeschläfert werden. Die Knie-Elefantengruppe besteht damit nur noch aus fünf weiblichen Tieren. Am 5. August kam der siebenjährige Bulle Thisiam vom Zoo im polnischen Kattowitz nach Rapperswil. Dort war im März 2015 ein neuer, grosszügiger Elefantenpark eröffnet worden.

Lob des Schweizer Tierschutzes
Der Schweizer Tierschutz (STS) lobte in einer ersten Reaktion die Familie Knie für deren Entschluss, auf Elefanten in der Manege künftig zu verzichten. Er appellierte an andere Zirkusse, dem Beispiel zu folgen.
Zwar habe der Schweizer Nationalzirkus die Tiere auf den Tourneen "den gegebenen Umständen entsprechend bestmöglich" gehalten. Der Trend gehe jedoch europaweit weg von der Haltung von Tieren, die sich in Zirkussen schwer halten liessen, und hin zu Elefantenparks.

Kein Diktat von Aktivisten
Der Verzicht auf Elefanten in der Manege habe nichts mit der immer wieder laut werdenden Kritik von Tierschützern an der Elefantenhaltung im Zirkus zu tun, erklärte Franco Knie senior auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Man lasse sich "von Aktivisten nicht diktieren", was man zu tun habe. Die Knies seien selbst Fachleute genug, um die Situation der Tiere und deren Haltung zu beurteilen. Man habe sich stets für das Tier und dessen Wohl eingesetzt.

Der Verzicht auf Elefanten in der Manege sei in der Familie länger diskutiert worden. Es sei eine "sehr emotionale Diskussion" gewesen, gehe es doch um den Bruch mit einer Familientradition, die bis in die 1920er Jahre zurück reicht. "Die Elefanten gehören irgendwie zur Familie", sagte Franco Knie. Im Hinblick auf die funktionierende Zuchtgruppe steht der im März eröffnete Elefantenparks Himmapan im Kinderzoo zur Verfügung. Man müsse "Mut haben und investieren" sagte Knie. Es habe sich gelohnt: Die Besucherzahlen seien im Vergleich zum letzten − auch schon guten − Jahr nochmals deutlich gestiegen.

Projekte in Sri Lanka und Thailand
Dies kommt nicht zuletzt auch den Elefanten in freier Natur zu Gute. Dem Kinderzoo liegt − wie anderen Zoos − der Artenschutz am Herzen: Über die Einnahmen des Kinderzoos unterstützt er Projekte zum Schutz der höchst gefährdeten asiatischen Elefanten. Bisher ging es laut Knie um ein Projekt in Sri Lanka. Zurzeit prüfe man ausserdem eines in Thailand.

Über die Rolle seines Sohnes Franco Knie (junior) nach dem Wegfall der Elefantennummern verriet Knie nichts: Er spreche nicht über das nächste Programm, wenn das aktuelle noch laufe. Sein Sohn habe sich im Übrigen schon bisher nicht nur um die Elefanten gekümmert, sondern sei auch "in die technischen Belange involviert" gewesen. (sda)