Kein Geld für ein modernes Schienennetz

Während der New Yorker Hauptbahnhof Jubiläum feiert, gibt es für die Eisenbahnfreunde in den USA nicht viel Grund zur Freude – obwohl das Land mit seinen vielen Ballungsgebieten für Hochgeschwindigkeitszüge geeignet wäre.

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Während der New Yorker Hauptbahnhof Jubiläum feiert, gibt es für die Eisenbahnfreunde in den USA nicht viel Grund zur Freude – obwohl das Land mit seinen vielen Ballungsgebieten für Hochgeschwindigkeitszüge geeignet wäre. Finanzkrise und steigende Arbeitslosigkeit machten Barack Obama jedoch einen Strich durch die Rechnung. Früh in seiner ersten Amtszeit wollte er zwölf Milliarden Dollar in den Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes investieren. Doch diese Ausgabe war der Bevölkerung nicht zu vermitteln. Floridas republikanischer Gouverneur Rick Scott lehnte gar die Finanzierung der Bahnstrecke zwischen Tampa und Orlando ab. Zwei Milliarden Dollar hätte das Projekt gekostet. Auch sein Amtskollege Chris Christie aus New Jersey sagte Nein: Ein über fünf Milliarden Dollar teurer Eisenbahntunnel unterhalb des Hudson Rivers sollte New Jersey und Manhattan verbinden. Seit die Republikaner 2012 die Mehrheit im Repräsentantenhaus übernommen haben, sind dort keine neuen Gelder für Bahnprojekte mehr bewilligt worden.

Trotzdem gibt es einzelne Investitionen, sowohl für Hochgeschwindigkeitsprojekte wie auch für das reguläre Netz, vor allem im Nordosten der USA. So wurde im Oktober in Vermont eine Hochgeschwindigkeitsstrecke eingeweiht. Sie ist der erste Teil einer geplanten Verbindung zwischen New York und Montreal. Die Pendler können nun für nur zwölf Dollar von der kanadischen Grenze bis nach Massachusetts reisen. Die neue Strecke soll insbesondere den New Yorker Berufspendlern zugute kommen. Die Unterschiede zwischen den USA und Europa bleiben aber beträchtlich: Amerikanische Hochgeschwindigkeitszüge bringen es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 112 Stundenkilometern. Der französische TGV schafft 320. John Dyer