«Kaubad», Appenzell: Einladung zum Entspannen

Der rätselhafte Begriff Kau stammt aus dem Mittelhochdeutschen und steht für ein aus dem Wald gehauenes Grundstück. Der Flurname wirkt bis heute logisch. Das «Kaubad» liegt umgeben von Wald in einer Moorlandschaft auf einem Hochplateau am östlichen Ausläufer des Kronbergs.

Beda Hanimann
Merken
Drucken
Teilen

Der rätselhafte Begriff Kau stammt aus dem Mittelhochdeutschen und steht für ein aus dem Wald gehauenes Grundstück. Der Flurname wirkt bis heute logisch. Das «Kaubad» liegt umgeben von Wald in einer Moorlandschaft auf einem Hochplateau am östlichen Ausläufer des Kronbergs. Es bietet Hotelzimmer, Seminarräume, eine grosszügige Gartenwirtschaft mit Lounge, dazu ein eigenes Schwimmbad mit Sauna. Eine Einladung zum Entspannen.

Das «Kaubad» ist also einmalig, aber dazu trägt auch die Familie Reymond-Peier bei. Der eintreffende Gast wird nicht wie anderswo vorerst einmal demonstrativ stehen gelassen, weil das Personal doch so beschäftigt ist. Auch mit vollem Tablett kümmert sich die Tochter des Hauses schon unter der Tür um den Ankömmling – und umsorgt ihn in der Folge mit herzlicher Aufmerksamkeit. 1995 haben die Reymonds (er stammt aus der Romandie, sie aus dem Solothurnischen) das «Kaubad» übernommen. Dass sie es geschafft haben, diesen entlegenen Ort im Bewusstsein von Geniessern und Entspannungsuchenden zu verankern, ist keine Selbstverständlichkeit.

Daran Anteil hat auch die Tatsache, dass es im «Kaubad» (ganz neuhochdeutsch interpretiert) immer auch etwas Gutes zum Kauen gibt. Die Karte wechselt viermal im Jahr mit den Jahreszeiten, soeben sind die Wildspezialitäten aufs Tableau gerückt. Es gibt Wildpastete mit Marroni (15.20), Hirschpfeffer Hausart (30.50) oder Hirschentrecôte an Wildrahmsauce (33.50), für Fleischverächter auch einen Herbstteller mit Rotkraut, Rosenkohl, Marroni, Preiselbeer-Apfel und Spätzli (24.80). Weiterhin auf der Karte figurieren Rindsgeschnetzeltes Stroganoff mit Butterspätzli (26.50) oder Appenzeller Cordon bleu mit Gemüse und Pommes frites (32.50).

Auf den Tisch des sonntäglichen Testessers kommt zuerst eine samtweiche Crèmesuppe mit grünen Bohnen (4.40), dann ein Saisonsalat mit Kernen und sehr aromatischer Sauce (6.90), schliesslich das Rumpsteak mit Kräuterbutter und Pommes frites (28.30). Ein schlichter, aber stimmiger Hauptgang. Die Weinkarte ist nicht übertrieben ausufernd, aber abwechslungsreich, schön ist die Destillatauswahl (natürlich mit der Edition Kaubad des Säntis-Whiskytreks).

Unser Eindruck: Eine herzliche Gastronomie an einem speziellen Ort – und mit moderaten Preisen.

Hotel Kaubad, Kaustr. 183, 9050 Appenzell, Fredy und Monika Reymond-Peier, 071 787 48 44 www.kaubad.ch Öffnungszeiten: im Sommer täglich geöffnet, ab Ende Oktober Mo/Di Ruhetag Karte: Mittagsmenu 26.50/Vegi 23.50, Tagesteller 23.80/20.80; Hauptgerichte 18.80 bis 36.50