KABARETT: Weinfelden ergötzt sich wieder

Thomas Götz nimmt in der neuen Staffel von «Ergötzliches» auch die Sozialdetektive beim Wickel. Ein Besuch bei den Dreharbeiten mit dem Schauspieler und seinem Kameramann Daniel Felix.

Dieter Langhart
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Daniel Felix filmt «Sozialdetektiv» Thomas Götz. (Bild: Dieter Langhart)

Daniel Felix filmt «Sozialdetektiv» Thomas Götz. (Bild: Dieter Langhart)

«Ergötzliches» in Weinfelden ist ein sicherer Wert, gerade weil die Welt so unsicher ist. Auch der Thurgau. Sozialschmarotzer greifen die Staatskasse an, also müssen Sozialdetektive her, die den Schlaumeiern auf die Finger klopfen. Nur – wer schaut den Detektiven auf die Finger, wer überwacht die Überwacher? Eben.

Thomas Götz nimmt sich in der nächsten Staffel seines Programms «Ergötzliches» zweier aktueller Themen an: Überwachung und Populismus. «Sonst ist nichts Weltbewegendes los», sagt er trocken. Neben seinen bekannten Rollen – der parteilose Kantonsrat Schnyder, dessen Schwester Sabine und der Narr – mimt er einen Sozialdetektiv im Einsatz. Da versteckt er sich, getarnt mit dunkler Brille, Trenchcoat und Zeitung, am Bahnhof Weinfelden. «Wir erleben den Anfang einer Orwell’schen Entwicklung», sagt Kabarettist Götz. Neben ihm steht Daniel Felix mit der Kamera, sein Partner, der all das filmt, was sich nicht live auf der Bühne zeigen lässt, etwa Split-Screen-Aufnahmen, in denen Thomas Götz in zwei Rollen gleichzeitig zu sehen ist.

Im ständigen Dialog für Ideen und Umsetzung

Sie ergänzten einander perfekt, sagen sie: Götz liefert die kreativen Ideen, Felix spinnt sie mit seinem optischen Auge weiter, prüft technische Möglichkeiten, sucht nach geeigneten Effekten, filmt vom Stativ aus oder mit der Handkamera. Dann folgt die intensive Nachbearbeitung am Computer. «Daniel will perfekt sein», sagt Thomas Götz.

Der Kabarettist muss hingegen vif sein, muss sich flugs umziehen vor jedem Rollenwechsel – dann lenken Filmeinspielungen das Publikum ab. Daniel Felix sagt: «Thomas ist die Person, die er spielt.» Das visuell herauszuarbeiten, ist wiederum Sache des Kameramanns. Er verfüge über «verschiedene Handschriften, Hochglanz oder Schnappschuss», sagt Daniel Felix.

Wie bei jeder Staffel wird das gleiche Programm dreimal gezeigt, nur der Gast wechselt. Diesmal sind es Edith Graf-Litscher, SP-Nationalrätin (Donnerstag), Felix E. Müller, ehemaliger Chefredaktor der «NZZ am Sonntag» (Freitag), Silvia von Ballmoos, Kommunikations- und Medienberaterin (Samstag). Und für die Musik sorgt das Duo Schärerbommer.

Dieter Langhart

dieter.langhart@tagblatt.ch

Hinweis

Do–Sa, 19.–21.4., 20.15 Uhr, Theaterhaus Thurgau, Weinfelden. Restkarten an der Abendkasse.