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Jobsharing im Traum

Randnotiz
Julia Stephan

Das Jobsharing im Haushalt zwischen meinem Freund und mir läuft nie konfliktfrei ab. Auf der Traumebene klappt es hingegen viel besser. Neulich wachte mein Freund auf und erzählte mir stolz, wie er im Traum erfolgreich in meiner Stellvertretung ein Interview geführt habe. «Mit wem denn?», wollte ich wissen. «Roman Polanski», sagte er beiläufig gähnend. Der Regiestar habe ihn mit einem Toyota Yaris abgeholt und sei dann mit ihm ans Filmset gefahren. «Stell dir vor, Julia, der wollte denselben Film nochmals verfilmen, den er vor zwanzig Jahren schon mal gedreht hatte», sagte er, und setzte gleich nach: «Polanski hatte übrigens nur gute Worte für dich übrig.»

In diesem Moment verstand ich die verführerische Kraft der Falschmeldung. Ich war schwer beeindruckt von diesem Gespräch, das offensichtlich so nie stattgefunden hatte. Doch mein Freund war noch nicht fertig. «War ein richtig harter Arbeitstag», setzte er, in der Morgendämmerung erneut vor sich hingähnend, seinen Arbeitsrapport fort. «Vorher musste ich noch an einer Vernissage vorbei und ein Gemälde besprechen. Das wird alle hundert Jahre übermalt. Ich war dabei. Und stell dir vor, mein Kollege hat bei der Übermalung seinen Fuss drauf verewigt.»

Wenigstens weiss ich seitdem, warum mein Freund immer zu müde ist, das Geschirr zu spülen. Er erledigt Nacht für Nacht eine Menge Arbeit für mich – im Kopf.

Julia Stephan

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