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Jetzt aber mit Hochdruck

Im grünen Bereich
Katja Fischer De Santi

Der deutsche Reinigungsgerätehersteller Kärcher hat im vergangenen Jahr 2,5 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Rekord. Wer sich wundert, was diese Meldung in einer Gartenkolumne zu suchen hat, der gehört zu jener stetig kleiner werdenden Bevölkerungsgruppe, welche ohne Hochdruckreiniger zu überleben vermag. Die schwarz-gelben Geräte mit diversen Düsen und Bürsten sind zum Statussymbol von Eigenheimbesitzern geworden. «Eliminiere deine Gegner, kärchere alles weg, was nicht in die Welt von dir und deinen Liebsten gehört», las ich kürzlich in einem Werbeartikel über ein solches Gerät. Der deutsche Hersteller Kärcher hat es tatsächlich geschafft, ein eigenes Verb zu prägen.

Der Hochdruckreiniger ist die Waffe des ordnungsliebenden Menschen gegen die Natur und ihre unerwünschten Nebenerscheinungen. Egal ob Moos, Flechten, Russ, Öl oder Lehm – alles wird damit ohne jeglichen Kraftaufwand ins Nirvana gepustet. Für viele Menschen eine unglaublich befriedigende Tätigkeit. Es soll Männer (und ein paar wenige Frauen) geben, die den Frühling allein aus dem Grund herbeisehenen, weil sie dann endlich ihre Gartenmöbel, Gehwege und Garagentore unter lautem Getöse abkärchern können. Hoffentlich schwemmen sie dabei nicht alle Primel und Narzissen in den Gully.

Katja Fischer De Santi

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