In der Vorratskammer

Der Maulwurf ist doch eigentlich ein recht friedlicher Geselle, verbringt sein Leben unter der Erde, sieht wenig mit seinen kleinen Augen, hört dafür umso besser.

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European Mole, Talpa europaea, against white background (Bild: Eric Isselée (44961745))

European Mole, Talpa europaea, against white background (Bild: Eric Isselée (44961745))

Der Maulwurf ist doch eigentlich ein recht friedlicher Geselle, verbringt sein Leben unter der Erde, sieht wenig mit seinen kleinen Augen, hört dafür umso besser. Seine Nase ist wie ein kleiner Schweinerüssel und von Tasthaaren umgeben, mit denen er die feinen Erschütterungen der Bodentiere wahrnimmt, die in seinen Gängen herumkrabbeln. Er ist auch ein Feinschmecker, totes, vergammeltes Fleisch mag er nicht. Deshalb muss er sich etwas einfallen lassen, was nicht von der feinen Art ist. Weil er nur frisches Fleisch isst, muss er die Regenwürmer gefangen nehmen und in seine Vorratskammer sperren. Die Würmer würden sich aber gegen die Freiheitsberaubung wehren und davonkriechen, deshalb lähmt der Maulwurf die Regenwürmer mit einem gezielten Biss in deren Kopf. So bleiben die Würmer tagelang frisch, sterben sie trotzdem, rührt sie der Maulwurf nicht mehr an. Er bedient sich nicht nur in seiner Vorratskammer, sondern ist Tag und Nacht in seinem weit verzweigten Tunnelnetz unterwegs, wo er auch Insekten, Larven, Schnecken und Bodentiere frisst.