In der Antarktis entsteht ein gigantischer Eisberg

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Umwelt Forscher erwarten demnächst ein ganz besonderes Spektakel in der Antarktis: Ein Rieseneisberg wird sich ablösen, fast so gross wie der Kanton Wallis. Ob der Klimawandel damit zu tun hat, ist unklar.

Es kann Wochen oder Monate dauern, aber vermutlich kein Jahr mehr: In der Antarktis wird einer der grössten Eisberge entstehen, den Forscher bisher registriert haben. Der Koloss ist dabei, sich vom Larsen-C-Schelfeis zu lösen. Schelfeise sind auf dem Meer schwimmende Eisplatten, die von Gletschern gespeist werden und mit ihnen noch verbunden sind. Der Eisberg hängt am seidenen Faden. Satellitenbilder ­zeigen einen 175 Kilometer langen Riss im Larsen-C-Schelfeis. ­Kalben nennt sich der Vorgang des Abtrennens. Die Grösse des künftigen Eisbergs ist laut den Forschern etwas Besonderes. «Seit 2000 gab es keinen grös­seren», sagt Glaziologin Daniela Jansen. Der Eisberg kann auf dem Meer Tausende Kilometer zurücklegen. «Er wird vermutlich entlang der antarktischen Halbinsel nach Norden driften und dann weiter Richtung Osten», sagt Jansen. Es sei schon vorgekommen, dass Eisberge bis an die brasilianische Küste schwimmen. Eine Gefahr für die Schifffahrt bestehe aber nicht. (sda)