In Afrika sterben viele Jugendliche an Aids

Trotz allen Anstrengungen im Kampf gegen Aids ist die Krankheit weiter die häufigste Todesursache bei Jugendlichen in Afrika.

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Aids: In Afrika eine häufige Realität. (Bild: ap)

Aids: In Afrika eine häufige Realität. (Bild: ap)

Trotz allen Anstrengungen im Kampf gegen Aids ist die Krankheit weiter die häufigste Todesursache bei Jugendlichen in Afrika. Weltweit sei Aids die zweithäufigste Todesursache für Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren und in Afrika noch immer auf Platz eins, erklärte der Direktor des UNO-Kinderhilfswerks Unicef, Anthony Lake, gestern zum Auftakt der internationalen Aids-Konferenz im südafrikanischen Durban.

Drei Viertel Mädchen

Seit dem Jahr 2000 habe sich die Zahl der Todesfälle wegen Aids bei 15- bis 19-Jährigen mehr als verdoppelt. Heute gebe es in dieser Altersgruppe stündlich 29 Neuinfektionen in der Welt. Davon seien mit 65 Prozent Mädchen überproportional betroffen, sagte Lake. «In Afrika südlich der Sahara, wo rund 70 Prozent der Menschen in der Welt mit Aids leben, waren drei von vier Jugendlichen, die sich 2015 mit HIV angesteckt haben, Mädchen», erklärte die Unicef.

Rund 68 Prozent der rund 52 000 Jugendlichen, die von der Unicef in 16 Ländern befragt wurden, wollten nicht auf Aids getestet werden aus Angst vor einem positiven Ergebnis und vor dem sozialen Stigma.

Anstrengungen verdoppeln

Lake erklärte, der Kampf gegen die Epidemie sei nicht zu gewinnen, ohne dass die Anstrengungen zur Prävention und Behandlung verdoppelt und das Stigma und die Angst beseitigt würden, die Menschen davon abhielten, sich testen zu lassen.

An der Aids-Konferenz in Durban nehmen 18 000 Wissenschafter, Politiker, Aktivisten, Juristen und Ärzte teil. Sie wollen knapp eine Woche lang über den besseren Kampf gegen Aids beraten. (sda)