Impfung gegen Salmonellen

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Science Salmonellen entwickeln sich ständig weiter, verändern ihre Potenz und erhalten neue Antibiotikaresistenzen. Dafür tauschen sie DNA-Informationen aus. Auf drei Arten: zum ersten über Plasmide, DNA-Moleküle, was relevant ist im Zusammenhang mit der Antibiotikaresistenz, die sich auch in den Salmonellen laufend ausbreitet. Die zweite Art der DNA-Übertragung passiert, wenn eine Bakterie platzt und die DNA freilässt. Bleibt die dritte Art, die ETH-Professor Hardt untersucht hat: über Bakteriophagen. Bakteriophagen sind Viren, welche Bakterien befallen. Davon gibt es gute und böse. Die guten töten schädliche Bakterien, die bösen Phagen übertragen ihre Gene in Mikroorganismen. Dadurch erhalten diese neue Eigenschaften. Die Übertragung solcher Phagen kann potente Krankheitskeime entstehen lassen. Hardt und sein Team haben mit Mausmodellen herausgefunden, dass die akute Durchfallerkrankung selbst diesen DNA-Austausch befeuert. Die körpereigene Entzündungsreaktion fördert die Übertragung von Phagengenen auf neue Bakterienstämme und beschleunigt damit die Entstehung neuer virulenter Stämme. Die Studie ist im aktuellen «Science» publiziert.

Phagen überfallen also die Salmonellen und bauen sich ins Genom ein. Das passiert mit verblüffend hoher Geschwindigkeit. Die Forscher stellten sich deshalb die Frage, ob sich das unterbinden lässt, zum Beispiel indem man den Durchfall verhindert. Das gelang im Mausversuch mit einer Impfung, welche Salmonellen daran hindert, eine Darmentzündung auszulösen, und somit die Freisetzung von Phagen unterbindet.

In «Nature» haben die ETH-Forscher zudem eine Studie publiziert, mit der sie zeigen, wie Impfungen Darmerkrankungen bekämpfen. Sie beobachteten, dass die Impfstoff-induzierten Antikörper des Darms die Krankheitserreger in Ketten legen. Das verhindert die Erkrankung und unterbindet die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen. (Kn.)