Impfen gegen «Paw Patrol»

Randnotiz

Michael Graber
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Staatsvertreter im doppelten Sinn: Postbeamter zahlt AHV aus, 1980. (Bild: Keystone)

Staatsvertreter im doppelten Sinn: Postbeamter zahlt AHV aus, 1980. (Bild: Keystone)

Ich habe mich impfen lassen. Gegen die Grippe. Dabei bin ich eigentlich ganz gerne krank. Am liebsten liege ich dann mit einer Decke vor den Fernseher und schaue den ganzen Tag Dokumentarfilme. Am besten solche, bei denen man kurz wegdösen kann und nichts verpasst hat, oder – fast noch besser – gar nicht mehr merkt, dass es nicht mehr die gleiche wie vor dem Schläfchen ist (hiermit sei der grossartigen Erfindung von sogenannten History-Channels gedankt).

Dummerweise kann man mit Kindern nicht mehr so gut krank sein. Die springen dann auf einem rum, wenn man auf dem Sofa liegen will. Und statt vier Stunden «die Schlacht von Verdun» oder «Swiss View» wollen sie lieber die Trickfilmserie «Paw Patrol» (derzeit auf Disney Channel) schauen. Da geht es um eine Gruppe von Hunden, die andere Tiere retten. Die Hunde haben auch alle wunderliche Fahrzeuge und können sprechen. Es ist eine schreckliche Sendung.

Und wenn es einem schlecht geht und man dazu noch schlechte Sachen schauen muss, dann geht es einem rasant noch schlechter. Im gleichen Mass wie «Paw Patrol» meinen Sohn erfreut, würde bei mir das Fieber steigen. Was noch unangenehmer wird, wenn dazu die Tochter auf mir rumturnt. So macht krank sein keinen Spass mehr. Da bleibt man doch lieber gesund. Insofern leistet die «Paw Patrol» einen Beitrag zu unserem Gesundheitswesen. Dafür muss man den Hunden dankbar sein.

Michael Graber