IM GRÜNEN BEREICH: Schüchterner Frühlingsbote

Was erfolgreich im eigenen Garten wächst und was nicht, das lässt sich neben rudimentären Kenntnissen von Bodenbeschaffenheit und Lichtverhältnissen auf eine schlichte Formel bringen: «Einfach ausprobieren.»

Andreas Stock
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Wenn es nach zwei Anläufen nicht spriesst, kann man es noch an anderer Stelle im Garten versuchen. Gerade bei anspruchsvollen Gewächsen leuchtet das ein. Wobei Unkraut offensichtlich nie ein Problem mit dem Boden oder der Sonneneinstrahlung zu haben scheint – aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Stirnrunzeln und ein wenig Enttäuschung bewirkt allerdings der Misserfolg bei Pflanzen, die als unkompliziert gelten und im Gegensatz zum eigenen Garten in der weiteren Nachbarschaft prächtig blühen. Wie das Schneeglöckchen. Ganze weisse Teppiche erstrahlen davon in nahen Wiesen. Trotz mehrerer Versuche war uns mit diesem Frühlingsboten noch kein Erfolg beschieden. Diesen Februar jedoch getraute sich erstmals ein einsames, tapferes Schneeglöcklein aus dem Boden.

Nicht alle legen zum Glück eine solche Zurückhaltung an den Tag. Drei prächtige Christrosen blühen dafür seit Wochen. Der Helleborus tröstet einerseits damit, dass es nicht allein am mangelnden grünen Daumen liegen mag. Andererseits so ein Garten oft einer weiteren Tugend bedarf: Geduld.

Andreas Stock