«Ich esse gerne mal eine Lasagne»

EGLISAU. Der Restaurantführer Gault Millau hat den Thurgauer Koch Christian Kuchler zum «Aufsteiger des Jahres in der Deutschschweiz» gekürt. Er ist Küchenchef im Restaurant Hirschen im zürcherischen Eglisau. In seiner Freizeit spielt der 28-Jährige Sousaphon bei der Rüsselgugge Müllheim.

Rahel Haag
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Küchenchef Christian Kuchler im Speisesaal des historischen Restaurants Hirschen in Eglisau. (Bild: Reto Martin)

Küchenchef Christian Kuchler im Speisesaal des historischen Restaurants Hirschen in Eglisau. (Bild: Reto Martin)

Christian Kuchler ist ein ruhiger und zurückhaltender Mann. Dass er vom Restaurantführer Gault Millau zum «Aufsteiger des Jahres in der Deutschschweiz» gekürt wurde, nennt er «grossartig» und «unerwartet» – ohne dabei seine Arme vor der Brust zu entschränken. Es gebe andere, die den Titel auch verdient hätten, fügt er an.

«Stress gehört dazu»

Im historischen Restaurant Hirschen im zürcherischen Eglisau werden drei- bis siebengängige Menus serviert. «Stress gehört in diesem Beruf dazu», sagt Kuchler. Der 28-Jährige lebt mit seiner Verlobten in Müllheim. Die 30minütige Heimfahrt sei ihm wichtig. «So kann ich abschalten und Abstand gewinnen.» Zu Hause koche er dann nicht mehr – höchstens wenn er Freunde einlade. «Seltsamerweise werde ich nie eingeladen», sagt er mit einem Schulterzucken. Seine Verlobte meine, seine Freunde hätten Angst. «Dabei esse ich auch gern einmal eine Lasagne.» Er lächelt. Darf er denn in die Küche wenn seine Verlobte kocht? «Nein», sagt er sofort. Die Angst, er könnte dreinreden, sei zu gross. Dabei habe er nichts zu beanstanden. «Sie kocht sehr gut.»

Kuchlers Tag beginnt um sieben Uhr morgens und endet gegen Mitternacht. «Von nichts kommt nichts», sagt Kuchler. Zudem habe er ja zwei Tage die Woche frei. «Dann kann ich schlafen.» Als Ausgleich spiele er zudem bei der Rüsselgugge Müllheim Sousaphon – eine Art Basstuba. «Dort kann ich sein, wie ich bin.» Er sei ein richtiger Fasnächtler – und das seit rund 13 Jahren. «An der Fasnacht kann ich mich anmalen und keiner erkennt mich.» Trotz des relativ langen Arbeitswegs käme ein Wegzug aus dem Thurgau für ihn nicht in Frage. «Dann müsste ich ja nach jedem Auftritt nach Hause fahren», sagt er kopfschüttelnd und mit geweiteten Augen. Zudem habe er im Thurgau seinen Freundeskreis. Er schüttelt noch immer den Kopf.

Schäfli scheidet aus

Und wer kocht eigentlich bei der Hochzeit? «Ich habe meiner Verlobten gesagt, sie könne alles organisieren – ausser das Essen», sagt Kuchler. Da müsse es schon etwas Gescheites geben. «Sonst kann ich mir von meinen Kollegen blöde Sprüche anhören.» Ins «Schäfli», wo der Vater Wolfgang Kuchler kocht, kann die Gesellschaft jedenfalls nicht. «Das wäre auch ein bisschen zu klein», sagt Kuchler lächelnd.