Horch in dein Kissen…

Gibt es etwas Intimeres als das Kopfkissen? Es kennt all unsere Träume, sammelt unsere Tränen und unseren Schweiss, es hört unser Lachen und Schnarchen, es schmiegt sich an unseren Nacken, spürt den Druck unserer Hände und das Gewicht unseres Kopfes.

Yvonne Forster
Drucken
Teilen
Bild: Yvonne Forster

Bild: Yvonne Forster

Gibt es etwas Intimeres als das Kopfkissen? Es kennt all unsere Träume, sammelt unsere Tränen und unseren Schweiss, es hört unser Lachen und Schnarchen, es schmiegt sich an unseren Nacken, spürt den Druck unserer Hände und das Gewicht unseres Kopfes. Das Kopfkissen ist für einen guten Schlaf und unsere Gesundheit verantwortlich. Es ist schuld, wenn wir morgens mit steifem Nacken, Rückenschmerzen und schlechter Laune aufstehen. Und es verdient Lob, weil es beim Lesen den Rücken stützt und Geborgenheit gibt.

Mal zu hart, mal zu weich

Ich habe das Kopfkissen auf Reisen schon oft verflucht: Mal ist es zu hart, mal versinke ich bis zur Nase in einem Riesenpfulmen. In meiner Jugend schlief ich auf jedem Kissen, egal, ob aus Daunen oder synthetischen Fasern, ob gross oder klein, hart oder weich. Ganz anders heute: Da kann schon ein falsches Mass oder eine zu magere Füllung meine Nachtruhe zerstören. Mit zunehmendem Alter ändern sich auch die Schlafgewohnheiten. Und bei jedem Kissenkauf lernt man dazu. Inzwischen weiss ich, dass Rückenschläfer mit einem weicheren, flachen Kissen besser bedient sind als Seitenschläfer. Hauptsache, die Wirbelsäule liegt gerade.

Daunen und Federn

Ich liebe mein 60×60-cm- Kissen. Es besteht aus 90 Prozent reinen Gänsedaunen und Gänsefedern. Kürzlich habe ich noch 300 Gramm nachstopfen lassen, damit es härter wird. Vielleicht lasse ich diese bald wieder entfernen. Denn die richtige Kissenfüllung habe ich noch nicht gefunden.

Mein Mann kennt all diese Probleme nicht. Er legt sich nachts auf die Seite, umfasst mit dem Arm sein Kissen und stopft es in die Wölbung zwischen Schultern und Kopf. Dann schläft er friedlich bis zum nächsten Morgen.

Wie sagt Joachim Ringelnatz so schön: «Nichts mehr sagen – nicht fragen – nichts wissen – Augen zu. Horch in dein Kissen: Es atmet wie du.»

Aktuelle Nachrichten