Homosexuelle und High Heels

Ein Meilenstein für die Branche: So wird umschrieben, was sich in New York ereignet hat. Eine Agentur hat mit John Tuite und Carlos Santolalla das erste homosexuelle Paar verpflichtet. «Jeder Agent sagt dir, dass du über Mädchen reden und vor der Kamera den Männlichen spielen sollst.

Diana Bula
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Ein Meilenstein für die Branche: So wird umschrieben, was sich in New York ereignet hat. Eine Agentur hat mit John Tuite und Carlos Santolalla das erste homosexuelle Paar verpflichtet. «Jeder Agent sagt dir, dass du über Mädchen reden und vor der Kamera den Männlichen spielen sollst. Sonst würde das der Karriere schaden», sagt Santolalla zu «The Cut». Tuite erzählt, wie seine Ex-Agentur ihn aufgefordert habe, den Instagram-Account, den er mit seinem Freund unterhalte, zu löschen. Die beiden beschlossen, sich nicht mehr zu verleugnen, kündigten – und arbeiten nun als Geoutete und im Doppelpack für eine andere Agentur.

Um Gleichstellung geht es auch am Filmfestival in Cannes. Neben, nicht auf der Leinwand. Laut dem Magazin «Screen» sind Frauen – darunter ältere mit Gesundheitsproblemen – des roten Teppichs verwiesen worden, weil sie keine High Heels anhatten. «Jeder sollte flache Schuhe tragen», sprach sich Schauspielerin Emily Blunt daraufhin gegen High Heels als weiblichen Rollenzwang aus. Der Festivaldirektor entschuldigte sich: «Vielleicht gab es einen Moment des Übereifers.» Im Dresscode stehe aber nichts zur Absatzhöhe.

Einige Frauen ziehen gerne High Heels an, weil sie sich weiblicher und schöner fühlen. Andere wackeln darin nur herum und riskieren Blasen. Ob in New York oder Cannes, ob Schwule oder Frauen: Niemand sollte sich verstellen müssen. Weshalb schreiten Blunt und Co. nächstes Jahr nicht barfuss über den roten Teppich? Das kann ebenfalls sinnlich wirken – und ist geschlechtsneutral.