Hohes Risiko im Osten

Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, ist in der Ostschweiz doppelt so hoch wie in Genf und Freiburg. Am Kantonsspital St. Gallen werden die Daten von Herzinfarkt-Patienten seit 18 Jahren erfasst. Warum das Risiko im Osten höher ist, kann daraus nicht abgelesen werden.

Bruno Knellwolf
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Wenn ein Herzinfarkt-Patient eingeliefert wird, muss es schnell gehen. (Bild: ky)

Wenn ein Herzinfarkt-Patient eingeliefert wird, muss es schnell gehen. (Bild: ky)

Ostschweizer haben ein grösseres Herzinfarkt-Risiko. Das zumindest sagt eine Statistik des Gesundheitsobservatoriums Obsan: In Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen ist das Risiko mehr als doppelt so hoch wie in Genf oder Freiburg. In Appenzell Ausserrhoden betrug die Herzinfarkt-Sterbeziffer im Jahr 2013 46 Personen pro 100 000 Einwohner, knapp dahinter folgte St. Gallen mit 43 Todesfällen. In Genf waren es dagegen nur 21, im Schweizer Durchschnitt 29.

Eine Statistik, die nicht nur Ostschweizer Ärzte aufhorchen lässt. Seit 18 Jahren werden im Kantonsspital St. Gallen und in rund achtzig anderen Schweizer Spitälern für ein Herzinfarkt-Register Daten von Herzinfarkt-Patienten gespeichert, soeben ist der 50 000. Patient erfasst worden. «Besteht ein Verdacht auf Herzinfarkt, werden bei der Einvernahme 288 Parameter aufgezeichnet», sagt Hans Rickli, Chefarzt Kardiologie am Kantonsspital St. Gallen.

Trotz dieses informativen Registers lässt sich allerdings nicht sagen, warum im Osten das Risiko höher ist. Ein ungesünderer Lebensstil und weite und lange Wege ins Spital könnten Gründe sein. In Ostschweizer Spitälern ist die Versorgung allerdings besser als im Durchschnitt, wie dem Herzinfarkt-Register zu entnehmen ist.

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