Hitzeschutz und Energiespender zugleich

Wie können Fassaden gleichzeitig Hitzeschutz und Energiespender sein? «Indem solare Energiegewinnung mit Verschattung kombiniert wird», sagt Arno Schlüter. «Wir haben hierzu gerade einen neuen Prototyp am <ETH House of Natural Resources eingebaut>.

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Arno Schlüter, Prof. für Architektur und Gebäudetechniken, ETH Zürich

Arno Schlüter, Prof. für Architektur und Gebäudetechniken, ETH Zürich

Wie können Fassaden gleichzeitig Hitzeschutz und Energiespender sein? «Indem solare Energiegewinnung mit Verschattung kombiniert wird», sagt Arno Schlüter. «Wir haben hierzu gerade einen neuen Prototyp am <ETH House of Natural Resources eingebaut>.» (siehe Bilder oben) Das kürzlich eröffnete «House of Natural Resources» ist ein innovatives Bürogebäude und zugleich ein Forschungslabor für nachhaltiges Bauen mit Laubholz.

«Unsere adaptive Solarfassade kann sehr fein reguliert werden und somit ideal auf die Bedürfnisse der Bewohner und das Wetter aussen reagieren. Gleichzeitig kann über Nachführung der Module die Sonne optimal für die Energiegewinnung genutzt werden», sagt Schlüter.

Diese «Adaptive Solar Facade» besteht aus individuellen Modulen, die auf einem Seilnetz an der Fassade montiert sind. Sie können einerseits den Licht- und Wärmeeintrag in den Raum beeinflussen, indem sie mehr oder weniger Sonnenstrahlung durch die Fenster lassen. Andererseits produzieren sie Strom über hocheffiziente Dünnschichtmodule.

Die adaptive Solarfassade ist darüber hinaus sehr leicht, womit sie im Gegensatz zu herkömmlichen Photovoltaikmodulen nahezu überall, auch an bestehenden Gebäuden, angebracht werden kann. Die Module sind dank eines neuen Bauteils dem «Soft Robotic Actuator» beweglich. Diese «weichen Roboter» sind gemäss Arno Schlüter ein vielversprechendes Feld der Robotik. Erste Lebenszyklusberechnungen hätten ergeben, dass die «Adaptive Solar Facade» innert eineinhalb Jahren das für ihre Erstellung emittierte CO2 wieder kompensiere. (Kn.)