Hier folgt die nächste Regenfront

Gerade bei drohenden Gewittern oder Unwettern kann es hilfreich sein, einen digitalen Wetterfrosch dabei zu haben. Viele haben eine oder mehrere Wetter-Apps auf ihrem Smartphone installiert. Ein Vergleich von fünf Angeboten.

Andreas Lorenz-Meyer
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Das aktuelle Wetter, Prognosen und weitere meteorologische Infos bieten verschiedene Wetter-Apps. (Bild: Benjamin Manser)

Das aktuelle Wetter, Prognosen und weitere meteorologische Infos bieten verschiedene Wetter-Apps. (Bild: Benjamin Manser)

Viele Schweizer haben eine Wetter-App auf ihrem Smartphone. So lassen sich Vorhersagen für die kommenden Stunden und Tage von unterwegs abrufen. Worauf es bei einer Wetter-App ankommt, erklärt Nina Aemisegger von Meteo Schweiz: «Wichtig sind eine intuitive Bedienung, eine hohe Qualität, also Verfügbarkeit und Prognosegenauigkeit, sowie die Möglichkeit, Push-Mitteilungen für Unwetterwarnungen abonnieren zu können.» Zieht ein heftiger Sturm heran, bekommt der Nutzer eine Warnung auf den Bildschirm, auch wenn die App in dem Moment nicht geöffnet ist.

Meteo-Schweiz-App

Die App vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie ist kostenlos und auch in einer für Tablets optimierten Form erhältlich. Angebotene Sprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Alle Postleitzahlen der Schweiz lassen sich als Favoriten auswählen. So erhält der Nutzer das lokale Wetter, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windstärke. Dazu gibt es 6-Tage-Prognosen für den Ort oder die ganze Schweiz. Es sind Wetter-Animationen für Niederschlag, Temperatur, Wolken und Wind abrufbar. Die App wurde bislang 3,1 Millionen Mal heruntergeladen. Aktive Nutzer: etwa 300 000 pro Tag.

Die in der App abrufbaren Messdaten stammen von den Messstationen des Wetterdienstes. Er betreibt in der Schweiz insgesamt 250 Bodenstationen und vier Wetterradare. Die Messwerte der Bodenstationen werden alle zehn Minuten aktualisiert, der Wetterbericht mindestens dreimal am Tag, die Ortsprognosen mehrmals täglich. Für die Prognosen stützt sich Meteo Schweiz auf eigene, hochaufgelöste Prognosemodelle. Wie zuverlässig die Vorhersagen letztlich seien, hänge von der Wetterlage und der Art der Information ab, so Aemisegger. Bei Nebel und Gewitter wissen die Meteorologen unter Umständen sogar wenige Stunden vorher nicht, ob und wo das Ereignis auftritt.

Landi-Wetter-App

Die Fenaco-Landi-Gruppe bietet als Schweizer Agrarunternehmen Dienstleistungen rund um die Landwirtschaft und für den ländlichen Raum. Eine kostenlose Wetter-App gehört zum Angebot. Damit lassen sich favorisierte Orte speichern. Es gibt das aktuelle Wetter und eine 6-Tage-Vorhersage. Der Regenradar mit 24-Stunden-Prognose informiert, wo und wann mit Niederschlägen zu rechnen ist. Zudem gibt es Wetterwarnungen per Push-Meldung. Die Daten stammen von Meteo Schweiz.

Als Alleinstellungsmerkmal der App bezeichnet Alice Chalupny von Fenaco die Polleninformationen. Dazu zählen aktuelle Pollenwerte und Pollenprognosen, welche für alle Postleitzahlen in der Schweiz abrufbar sind. Den regionalen Belastungsgrad (Erle, Gräser, Ampfer) markieren farbige Kreise auf der Karte. Als Zusatzservice kosten die Pollenprognosen für den aktuellen und den darauf folgenden Tag zwei Franken pro Monat oder sieben Franken pro Jahr im Abo. «Damit können personalisierte Polleninformationen abgerufen werden», so Chalupny. Die Download-Zahlen legt die Gruppe nicht offen.

SRF-Meteo-App

Das Schweizer Radio und Fernsehen bietet auch eine kostenlose App an. Die Downloadzahlen liegen aktuell für iOS und Android zusammen bei 575 000. Es gibt die aktuelle Wetterlage und Lokalprognosen für ausgewählte Orte. Der Niederschlagsradar informiert über die Entwicklung der vergangenen und der kommenden Stunde. So sieht man, wenn ein Schauer im Anmarsch ist. Unwetterwarnungen landen per Push-Meldung direkt in der App. SRF Meteo rechnet die Prognosedaten für rund 25 000 einzelne Punkte in der Schweiz. Die Prognosen werden viermal täglich aktualisiert.

Thomas Bucheli, Redaktionsleiter SRF Meteo, hält die «wohl höchste geographische Auflösung von Punktprognosen in der Schweiz» für eine Stärke der App. Hinzu komme die flächendeckende Übersicht für jeden Vorhersagetermin und die Prognosen im 3-Stunden-Zeitschritt. Bucheli: «So erhält der Nutzer einen deutlich besseren Überblick über den generellen Wetterverlauf als allein mit Wettersymbolen.»

Wetteralarm

So heisst das Angebot von Helvetia, den Kantonalen Gebäudeversicherungen und SRF Meteo. Diese App richtet sich an Personen, «die besonders von Unwettern betroffen sein können», heisst es auf der Info-Seite. Es gibt drei Warnstufen bei Wetteralarm: gelb, orange, rot. Rot bedeutet Gefahr für Leib und Leben. Die Daten stammen von SRF Meteo. Die offiziellen Warnungen des Bundes für gefährliche Wetterereignisse der Gefahrenstufen 4 und 5 steuert Meteo Schweiz bei. Für diese besteht eine Verbreitungspflicht.

Meteo-News-App

Meteo News ist ein privater Wetterdienst mit Sitz in Zürich. Die iPhone-App (4 Franken) gibt es auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch. Sie liefert Prognosen und aktuelle Messwerte für nahezu alle Ortschaften der Schweiz. Hinzu kommen Wassertemperaturen von Seen und Flüssen und Niederschlagsanimationen. Auf den Karten kann man zoomen und persönliche Favoritenlisten anlegen. Die Version für Windows Phone kostet Fr. 3.20. Sie bietet unter anderem Sturmvorhersagen für die nächsten 12 Stunden und die Sonnenschein- und Niederschlagswahrscheinlichkeit. Eine Gratis-App für Android gibt es auch.