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Heilung durch Mammon

Premiere Am Theater Basel gibt Film-Regisseur Dani Levy der «Dreigroschenoper» von Bertolt Brecht und Kurt Weill einen erhellenden Rahmen. Das Publikum wird auf japanisch begrüsst: Als therapeutische Methode «Mammon I» würden ausgebrannte, psychisch erkrankte Kapitalisten uns einen Einblick ins kathartische szenische Spiel geben und dafür einen Klassiker des 20. Jahrhunderts spielen: Die Dreigroschenoper. Mehr als eine Rahmenhandlung liessen die Erben Brechts und Weills auch fürs Theater Basel nicht zu, aber dieser kleine Kunstgriff lässt das Stück dialektisch erst weg- und dann wieder näherrücken – spätestens wenn man zum Schluss zur Investition in die revolutionäre Behandlungsmethode aufgefordert wird.

Die Musik ist viel mehr als nur Songbegleitung

Und da ja Kranke spielen, kann die Bühne auch ein kitschiges Plastik-Disney-Japan inklusive Fake-Felsen und künstlichem Wasserfall sein (Bühne: Jo Schramm) und das Basler Ensemble dreht auf: Sehr lustig bei den klar gezeichneten Nebenrollen der Gauner und Huren, mit Sinn für gut getimten Slapstick und Übertreibung. Fantasievoll variieren die Kostümbildnerinnen Jana Findelklees und Joki Tewes Zwangsjacken in allen Formen. Die Handlung entwickelt sich erfreulich rasch. Entscheidend fürs Gelingen wird so noch mehr der Umgang mit der Musik. Und da punktet das Basler Ensemble um Thiemo Stutzenbergers Macheath oder Cathrin Strömers Frau Peachum mit hervorragendem Umgang mit Text und Musik (auch wenn die Frauenpartien hörbar zu hoch liegen).

Das Zusammenspiel von Text und Musik funktioniert auch, weil Dirigent Johannes Kalitzke die Partitur neu liest und mit der Basler Sinfonietta packend hörbar macht, dass die Musik viel mehr ist als nur Songbegleitung: Keine Strophe instrumentiert wie die andere, die Tempi vielfältig variiert, ohne dass das Geringste vom Schmiss verloren ginge. Auch wenn die Rahmenhandlung theatralisch kaum funktioniert, macht diese Irritation diese Dreigroschenoper zur interessantesten seit langem. Hoffentlich merken das auch die Erben. (T.Ge)

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