«Hecht», Rheineck: Bodenständig gediegen

An den Wänden hängen Reproduktionen von alten Rheinecker Ansichten. Bilder aus einer Zeit, als das Städtchen ein wichtiger Warenumschlagplatz zwischen den Alpenpässen und dem Bodensee war.

Beda Hanimann
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An den Wänden hängen Reproduktionen von alten Rheinecker Ansichten. Bilder aus einer Zeit, als das Städtchen ein wichtiger Warenumschlagplatz zwischen den Alpenpässen und dem Bodensee war. Am Rande des alten Städtchens ist da das «Hecht» zu sehen, eine Art Grand Hotel fast mit Nebengebäuden und Park. Ganz so nobel wirkt der heutige Komplex nicht mehr. Aber es besteht kein Grund, die Vergangenheit zu verklären und die Gegenwart gering zu schätzen.

Seit diesem Sommer sind Urs und Gabi Majer die neuen Gastgeber, und diese Nachfolgeregelung nach der Pensionierung von Max und Maura Weder ist ein Glücksfall für Rheineck und das «Hecht». Urs Majer bringt eine Fülle von Ideen mit – und eine reiche Erfahrung. Er war langjähriger Hotelier und Gastronom im St. Galler «Walhalla», bis er 2015 seinen Posten räumen musste, nachdem ein neuer Besitzer wie ein Elefant im Porzellanladen aufgetreten war und den im Gault Millau figurierenden Restaurationsbetrieb fast über Nacht geschlossen hatte.

In Rheineck, wo er seit über zehn Jahren wohnt, ist Majer mit neuem Elan ans Werk gegangen. Das Restaurant wurde aufgefrischt und aufgehellt, das ist das Eine. Das Andere ist die Küche, die Bodenständigkeit und Eleganz in eine schöne Balance bringt und in der als Chef Kay Jünemann wirkt (vormals Schloss Wartegg und Bad Horn). Da gibt es etwa ein Angebot an Cordon bleus und Fleischspezialitäten vom Grill, die baukastenartig in verschiedenen Grössen und mit unterschiedlichen Beilagen bestellt werden können, die preisliche Bandbreite reicht so von 10.– bis 42.–. Unter dem Motto «Populäre Schweizer Gerichte» finden sich Chäs-Chnöpfli mit Zwiebeln und Apfelmus (12./16.–), ein Rindfleischvogel (mit Beilagen 25.–) oder Rindsfiletspitzen Stroganoff an Cognacrahmsauce mit Reis (32.–/36.–).

Unser Testmenu war eine schön sämige Rheintaler Riesling-Sylvaner-Ribelsuppe (8.50/ 11.50), ein schön präsentierter grüner Salat (5.–/8.–) und ein Schweinskrustenbraten nach Bierbrauer-Art mit Bratkartoffeln und Gemüse (23.–). Von dem werden wir noch lange schwärmen. Themenwochen wie im Dezember mit Fondue chinoise ergänzen das Angebot. Sehr schön mit attraktiven regionalen Tropfen ist die Weinkarte.

Unser Eindruck: Das «Hecht» bietet bodenständige Küche in gediegenem Rahmen – zu höchst attraktiven Preisen.

Hotel Hecht, Hauptstrasse 51, 9424 Rheineck, 071 888 29 25 www.hotelhecht-rheineck.ch Öffnungszeiten: kein Ruhetag Karte: 3 Mittagsmenus 15.– bis 22.–. A-la-carte-Hauptgerichte 15.– bis 36.–