«Hargarten», Stein: Lohnender Zwischenhalt

Der «Hargarten» beschäftigte auf Ausflügen schon die Kinderphantasie. Vielleicht wegen des Namens, vielleicht wegen der Lage abseits der Dörfer an der Hauptstrasse zwischen Hundwil und Appenzell. Für eine Einkehr hat es erst jetzt, Jahrzehnte später, gereicht.

Beda Hanimann
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"Zu Tisch" Picto (Bild: Beda Hanimann)

"Zu Tisch" Picto (Bild: Beda Hanimann)

Der «Hargarten» beschäftigte auf Ausflügen schon die Kinderphantasie. Vielleicht wegen des Namens, vielleicht wegen der Lage abseits der Dörfer an der Hauptstrasse zwischen Hundwil und Appenzell. Für eine Einkehr hat es erst jetzt, Jahrzehnte später, gereicht. Und das Fazit lautet: Es war höchste Zeit. Denn dieser «Hargarten» ist nicht irgendeine Überlandbeiz, wie auch der Übername «Esseria» andeutet. In seiner Wortkreation sieht Küchenchef Emil Mock verschiedene Nuancen gebüschelt: Restaurant, Gaststätte, Lokal, Wirtschaft.

Bis 1986 führten Mocks Eltern den «Hargarten», dann wurde er verpachtet. Derweil startete der junge Mock seine gastronomische Laufbahn. Sie führte ihn von der «Waldegg» in Teufen in hochdotierte Lokale wie das «Fletschhorn» in Saas Fee oder das «Palace» in Luzern. Danach arbeitete Mock in Kanada und Costa Rica und stand im St. Galler «Lagerhaus» und im «kuk» in Schwellbrunn am Herd. Seit 2011 ist er Pächter im «Hargarten», der noch immer seinen Eltern gehört.

Breites Genussspektrum

Die Tätigkeit bei namhaften Vorbildern wie Markus Neff oder Françoise Wicki sowie die internationalen Erfahrungen haben Spuren hinterlassen. Mock hat eine Bouillabaisse auf der Karte (12.50), Pulpo vom Grill (14.50) oder Spare Ribs mit BBQ-Sauce (27.50). Es gibt mehrere Pasta-Gerichte und drei Dutzend Pizze aus dem Holzofen. In diesem schmort Mock auch Lammhaxen (28.50), er tischt aber auch Appenzellersteak (26.50) oder Hackbraten im Speckmantel (24.50) auf. Derzeit steht vor dem Haus eine Tafel mit den verlockenden Stichworten Morcheln, Gitzi, Spargeln. Das ist ein breites Spektrum, das aber nicht beliebig wirkt, sondern in sich stimmig. Mocks Credo: «Ich mache das, was ich gern habe.»

Liebe und Sorgfalt

Das tut er mit sehr viel Liebe und Sorgfalt. Fürs Sonntagsmenu (33.50/44.50) vereinte er bei unserem Besuch Erdbeeren mit Basilikum zum Salat und tischte eine wunderbar sämige Spargelcrèmesuppe mit Trockenfleisch auf. Danach folgten zarte Kalbsfilets mit Pesto und Spargeln und ein Kalbssteak mit exzellenter Morchelrahmsauce (32.50 ohne Beilagen). Als Beispiel für die kreative Sorgfalt bezauberte uns der Erdbeerkuss zum Apéritif, ein Prosecco mit Erdbeerpuree. Die Weinkarte ist klein, aber erlesen.

Unser Eindruck: Beglückende Gastronomie, herzerwärmende Bedienung – und Mehrwert dank Kinderzimmer, Spielplatz, Terrasse, Wintergarten und schöner Aussicht auf die Sitter-Landschaft.

Hargarten, Stein Hargarten 213, 9063 Stein AR, Tel. 071 367 11 33; www.esseria.ch Öffnungszeiten: Mo/Di Ruhetag Karte: Mittagsmenus 14.50 bis 19.50, A-la-carte-Hauptgerichte, 21.50 bis 32.50 (ohne Beilagen), Pizze 13.– bis 23.50 (Mittwoch ist Pizza-Fiesta, 11.90 pro Pizza)

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