Guter Sex, schlechte Frau, keine Kinder

Mit der Partnerwahl ist es so eine Sache. Ungezählte Psychologen, Neurologen, Verhaltensforscher und Wirtschaftswissenschafter haben sich die Zähne ausgebissen an der Frage, wer wen weshalb attraktiv findet.

Lukas G. Dumelin
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Bild: Lukas G. Dumelin

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Mit der Partnerwahl ist es so eine Sache. Ungezählte Psychologen, Neurologen, Verhaltensforscher und Wirtschaftswissenschafter haben sich die Zähne ausgebissen an der Frage, wer wen weshalb attraktiv findet. Und weil die Chose derart komplex ist, tut's gut, den Fernseher einzuschalten und «Bauer, ledig, sucht» zu schauen. Auf 3+ läuft die zehnte Staffel, gerade steigt Marco (45) zu Jeroen (45) zur Alp hinauf und sagt, sein Ziel sei, «de Jeroen kennezlerne und usezfinde, öb mir würed mätsche», womit wir nolens volens wieder bei unserer Preisfrage wären: Wann passt's?

Bei Prinz Harry hat es wieder mal gepasst (oder wie man im Singlebörsen-Zeitalter sagt: gematcht). Die Neue heisst Camilla Thurlow und entspricht dem royalen Beuteschema: Sie ist jung, hübsch und – wie Instagram-Bilder belegen – äusserst feierfreudig. Das mit dem Beuteschema liess wiederum der «Bunten» keine Ruhe, und so fragte man bei einem Fachmann nach, wobei Fachmann hier heisst: Heilpraktiker für Psychotherapie. Dessen Analyse besticht durch diesen kausalen Zusammenhang: Harry stehe auf Partymäuse, weil guter Sex fast alle Männer überzeuge. Tja. Ab Mitte 30 werde Harry aber einsehen, dass er sich «eine vernünftige Frau zum Kinderkriegen» suchen müsse.

Er spricht es nicht aus, dieser Fachmann, aber die Botschaft ist angekommen: Mit vernünftigen Frauen hat man Kinder und keinen Spass. Uns dämmert es, warum sich so viele Wissenschafter an der Partnerwahl die Zähne ausbeissen: Man hat es echt nicht leicht.