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Gut, muss ich nicht mit dem Knie denken

«Ich denke sowieso mit dem Knie.» Das stand 1977 auf einer Postkarte. Berühmt ist der Satz geworden.
Dieter Langhart
Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Dieter Langhart)

Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Dieter Langhart)

«Ich denke sowieso mit dem Knie.» Das stand 1977 auf einer Postkarte. Berühmt ist der Satz geworden. Weil er von Joseph Beuys signiert war? Weil er absurd zu sein scheint? Beuys hat durchaus Humor gehabt, und vermutlich wollte er andeuten, dass er seine Kunst aus dem Bauch heraus macht, zumindest nicht im Kopf. Bisweilen bringt solche Kunst die Kunstkritiker in Verlegenheit, nicht aber die Betrachter, die schauen nicht mit dem Kopf.

Und was ist mit den Schriftstellern? Sie gelten ja auch als Künstler, Künstler der Worte und Bilder. Ein Peter Stamm liest sich als Kopfgeburt, das Herz aber berührt ein Ernest Hemingway (eines von Stamms Vorbildern), erst recht eine Anne Michaels, die als Lyrikerin begonnen hat.

Und die Journalisten? Sie gehen ja auch mit Worten um, gelten vielleicht eher als Handwerker. Sie sollen die Leser informieren, glauben manche. Sie sollen aber auch berühren und packen und Bilder entstehen lassen beim Lesen.

Was aber tut ein Journalist, dessen Knie verletzt ist? Denn das ist mir kürzlich passiert. Selbst wenn ich wollte, kann ich nicht mehr mit dem Knie denken, zumindest nur noch mit dem linken. Aber da ich Rechtshänder bin, lassen sich derart immerhin beide Gehirnhälften übers Kreuz aktivieren.

Ich muss also nicht mehr nur informieren mit Kopfgeburten. Kann versuchen, zu berühren und Bilder entstehen zu lassen. Ich stell mir vor, was Sie sich vorstellen: Da weilt ein Redaktor in den Ferien, bleibt an einem Seil hängen, knallt einen Meter tiefer auf den Asphalt. Stimmt.

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