Grün auch im Winter

Zur Zeit werden die Blätter vom Winde verweht. Gelb und braun liegen sie auf der Wiese, verdorren, werden von Würmern eingezogen oder von einem lärmigen Laubbläser weggefegt. Doch es gibt auch grüne Inseln. Wie behalten immergrüne Pflanzen ihre Farbe?

Bruno Knellwolf
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Immergrüne Stechpalme. (Bild: Martina Weihrich)

Immergrüne Stechpalme. (Bild: Martina Weihrich)

Zur Zeit werden die Blätter vom Winde verweht. Gelb und braun liegen sie auf der Wiese, verdorren, werden von Würmern eingezogen oder von einem lärmigen Laubbläser weggefegt. Doch es gibt auch grüne Inseln. Wie behalten immergrüne Pflanzen ihre Farbe?

Exotische Pflanzen, die ihr Grün behalten, erfrieren, wenn man sie im Winter draussen lässt. Nicht so immergrüne Pflanzen, die auch im Winter Photosynthese betreiben. Um sich vor Kälte und Austrocknung zu schützen, sind die Blätter von einer starken Wachsschicht überzogen, schreibt Evelin Pfeifer vom Botanischen Garten Zürich. Das Blattinnere trotzt der Kälte durch eingelagerte Frostschutzsubstanzen, zum Beispiel durch Zucker. Zu den immergrünen Wildpflanzen in der Schweiz gehören Koniferen, einige Farnarten, Liguster, Henrys Geissblatt, Efeu, Stechpalme, Hanfpalme, Kirschlorbeer und Buchs. Nicht alle davon sind einheimisch, einige gelten sogar als invasive Neophyten.

Flexibler Liguster

In vielen Schweizer Gärten steht ein Liguster, der zur Familie der Ölbaumgewächse gehört. Diese Pflanze ist sowohl sommer- als auch wintergrün. Je nach Klima kann sich der Liguster anpassen. In milderen Lagen behält er seine Blätter, an kälteren Orten wirft er sie ab. Deshalb findet man den Liguster in seiner südeuropäischen Heimat wie auch nördlich der Alpen.

Ein typischer Immergrün-Vertreter ist die Stechpalme. Ihren Namen hat sie aus zwei Gründen. Zum einen verwendete man die Pflanze als Palmenersatz am Palmsonntag, zum anderen besitzt sie dornige Blätter, die im unteren Teil des Baumes zu finden sind. Die Stechpalme kommt in Europa in Gebieten mit milden Wintern und nicht allzu trockenen Sommern vor. Die wärmeren Winter haben die Stechpalme weiter nach Norden vordringen lassen.

Buchs im Rheintal

Fast in jedem Garten ist eine Buchspflanze zu finden, oft mehr oder weniger kunstvoll geschnitten. Buchsbaumgewächse haben ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet vom Mittelmeer bis nach Südengland. In der Schweiz wachsen sie im Rheintal und im Tessin, im Jura wachsen gar ursprüngliche Buchs. Gartenbesitzer wissen, dass Buchs äusserst langsam wächst. Sein hartes Holz wird zum Schnitzen von Schachfiguren genutzt.

Ebenso oft findet man den immergrünen Kirschlorbeer in den Gärten. Die Vögel fressen die schwarzen Kirschen des asiatischen Rosengewächses. Dementsprechend handelt es sich bei dieser Pflanze um einen Eindringling. Die ganze Pflanze ist aufgrund von Blausäureglykosiden giftig. In der Türkei verwendet man die Früchte trotzdem für Marmelade. Sie werden beim Erhitzen essbar, weil die Blausäure verdampft.