«Grödeli», Kreuzlingen: Wie in der guten Stube

Hier fühlt man sich auf Anhieb wohl. Als würde man bei Freunden in die Stube treten. Das «Grödeli» in Kreuzlingen ist ein romantisches Riegelhaus, erbaut 1610. Es wurde mit viel Gespür renoviert. Dunkelgraue Wände, Holzbalken, rustikale Tische strahlen Behaglichkeit aus.

Ida Sandl
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"Zu Tisch" Picto (Bild: Ida Sandl)

"Zu Tisch" Picto (Bild: Ida Sandl)

Hier fühlt man sich auf Anhieb wohl. Als würde man bei Freunden in die Stube treten. Das «Grödeli» in Kreuzlingen ist ein romantisches Riegelhaus, erbaut 1610. Es wurde mit viel Gespür renoviert. Dunkelgraue Wände, Holzbalken, rustikale Tische strahlen Behaglichkeit aus. An den Wänden moderne Kunst, gemalt von der Tante des Hausherrn, und der ist jung: Roger Haberthür führt das «Grödeli» seit gut vier Jahren mit viel Begeisterung. Seine Spezialität: Cordon bleu und Filets vom heissen Stein.

Der Kreuzlinger kocht mit regionalen Produkten. Das Fleisch – zum Teil in Bioqualität – stammt vom Schrofen in Kreuzlingen, das Gemüse holt Haberthür aus dem Tägermoos. Entsprechend frisch schmeckt der gemischte Saisonsalat (8.50), auf die Gurken hätte man aber gut verzichten können. Dafür ist die hausgemachte Tomatensuppe (9.50) sorgfältig abgeschmeckt.

Nicht überladen

Bei der Weinauswahl setzt Haberthür neben Schweizer Weinen vor allem auf italienische und französische Erzeugnisse. Einiges davon kommt aus kleinen Weingütern, die er persönlich kennt. Die charmante Kellnerin empfiehlt einen Truttiker Regent aus dem Zürcher Weinland. Ein unkomplizierter Rotwein, der gut zu den Fleischgerichten passt (34.50 der halbe Liter). Ein Plus: Die meisten Weine sind auch offen zu haben.

An Haberthürs Cordon bleus gibt es nichts zu kritisieren. Das Kalbs-Cordon-bleu Grödeli (31.50) mit Rosmarinkartoffeln (5.–) ist saftig, weder überladen noch fettig. Das Rindsfilet (180 Gramm für 39.–) kommt innen schön rosa auf den Teller mit selbstgemachter Kräuterbutter und Gemüse (5.–). Die Kräuterbutter wird mit einem Franken extra berechnet. Das Fleisch ist zart, das Gemüse hätte eine Spur mehr Würze verdient.

Weniger ist mehr

In manchen Lokalen wartet man lange auf das Essen, im «Grödeli» werden die Speisen fast ein wenig schnell nacheinander serviert. Zumal man abends im schönen Ambiente gerne etwas länger sitzen bleibt. Weniger ist mehr gilt beim Dessert. Neben Glace-Coupes bietet Haberthür eine kleine Auswahl hausgemachter Dessert an. Das Vanilleglace mit eingelegten Zwetschgen (10.50) rundet das Menu sehr gut ab. Die Grenzstadt Kreuzlingen ist ein hartes Pflaster für Restaurants. Man möchte Haberthür und seiner Crew wünschen, dass sie sich im schwierigen Umfeld langfristig behaupten können.

Unser Eindruck: Wer ein gutes Stück Fleisch zu schätzen weiss, ist im «Grödeli» an der richtigen Adresse.

Grödeli, Kreuzlingen Konstanzer Strasse 58 8280 Kreuzlingen, 071 672 43 62 www.grödeli.ch Öffnungszeiten: Mittw. bis Samstag: 17 bis 23 Uhr, So. 16 bis 22 Uhr. Karte: Hauptspeisen 19.– bis 52.–