Gott ist gross, aber nicht gewalttätig

Die Sondersendungen jagen einander an diesem Samstag, denn der Hunger nach Information ist enorm. Wir sehen erschütternde Bilder und mitgenommene Menschen, wir sehen Staatsmänner und-frauen, die Ruhe und Entschlossenheit ausstrahlen.

Rolf App
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Rolf App)

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Die Sondersendungen jagen einander an diesem Samstag, denn der Hunger nach Information ist enorm. Wir sehen erschütternde Bilder und mitgenommene Menschen, wir sehen Staatsmänner und-frauen, die Ruhe und Entschlossenheit ausstrahlen. Und auch wenn sich der Mann in Paris schon bald wiederholt und jener in Beirut bei der Frage nach der Zukunft ebenso im dunkeln tappt wie sein Kollege in Washington, hören wir ihnen jedesmal zu.

Trotz des Hungers nach Information: Die Polizei weiss ebenso wenig wie jene Experten, die Franz Fischlin abends ins Studio holt. Der Sicherheitsexperte Kurt Spillmann äussert Gemeinplätze, Auslandchef Antonio Antoniazzi bemüht sich um Einordnung, Reinhard Schulze erklärt den pervertierten Islam, der den Taten zugrunde liegt, und Peter Rothenbühler setzt einen Kontrapunkt mit seiner Kritik an der französischen Einwanderungspolitik, die sich um Integration foutiert.

Sie sind keine grosse Hilfe. Ganz im Unterschied zum evangelisch-reformierten Pfarrer Martin Kuse, der sein «Wort zum Sonntag» mit dem Wort «Gott ist gross» beginnt, und sagt: Er könne es nicht fassen, dass Menschen mit Sprengstoffgürteln und Maschinenpistolen gerade dieses Wort in den Mund genommen hätten. Denn «Gott ist gross, er ist nicht der Tod, er ist nicht die Entfesselung von Brutalität und Menschenhass.» Gott lasse sich nicht auf unsere Feindbilder kleben, er tauge nicht als Etikette. «Gott ist bei denen, die das Leben preisen und schützen.» Dazu gehörten auch jene Vertreter von schweizerischen moslemischen Verbänden, an die er jetzt denke.

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