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Google findet das Grauen

Villa Kunterbunt

Ich habe wieder einmal getan, was ich sonst nie tue: Wehwehchen googeln. Hätte ich es doch nicht getan! Wobei die Versuchung ja ständig da ist. Zum Beispiel, wenn der Kleine plötzlich ungewöhnlich hustet oder merkwürdige Flecken am Arm hat. In solchen Fällen versprechen Suchmaschinen schnelle Hilfe. Tippt man dann aber das Wehwehchen ins Suchfenster, findet man das Grauen. Bald wähnt man das eigene Kind mit einem Bein schon im Grab. Mindestens Krebs muss der Kleine haben. Oder Autismus. Darunter macht’s der Internet-Doktor selten.

Neulich wurden wir vor einem Kindergartenausflug gebeten, das Kind doch bitte mit einem Zeckenspray zu schützen. Zecken? Sind die schlimm? So ein Biss kann doch nicht wirklich gefährlich sein, oder? Ich erliege der Versuchung, tippe «Zeckenbiss» bei Google ein, und ein paar dubiose Seiten später bin ich fest davon überzeugt: Mein Sohn wird auf diesem Ausflug sterben. Oder Krebs bekommen. Oder Autismus.

Er hat’s dann doch überlebt. Aber seither mustere ich jedes schwarze Pünktchen auf seiner Haut genau, das Antibrumm liegt ständig griffbereit. Da! Ist das nicht eine fiese, kleine Zecke, die gerade eine Hirnhautentzündung ins Blut meines Sohnes injiziert? Nein, Fehlalarm, nur etwas Dreck, das ging noch mal gut. Wehwehchen googeln ist der schnellste Weg in die Paranoia.

Roger Berhalter

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