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Gipfelstürmer mit Tiefsinn

Fünf Zeilen notiert Ludwig Hohl am 17. Oktober in sein Tagebuch. Er erwähnt eine Bergtour, Briefe, die er geschrieben und erhalten hat – und dass er Plato gelesen hat. Das ist das Tagwerk eines 17jährigen Kantonsschülers im Herbst 1921.
Beda Hanimann
Bild: Beda Hanimann

Bild: Beda Hanimann

Fünf Zeilen notiert Ludwig Hohl am 17. Oktober in sein Tagebuch. Er erwähnt eine Bergtour, Briefe, die er geschrieben und erhalten hat – und dass er Plato gelesen hat. Das ist das Tagwerk eines 17jährigen Kantonsschülers im Herbst 1921. Er hat wieder mit Tagebuchschreiben begonnen, weil er bei der Lektüre älterer Notizen erkannt hat, «wie schön u. interessant es ist, wenn man so nach Jahr u. Tag wieder in alle Einzelheiten früherer Zeiten hineinsehen kann». Das kann man auch als Leser seines «Jugendtagebuchs», das als vergriffen gilt, bei Amazon aber angeboten wird.

Ludwig Hohl kam 1904 in Netstal zur Welt und verbrachte die Jugend in Sirnach. Mit 18 verliess er das Elternhaus, er lebte in Paris, Den Haag und ab 1937 in Genf, wo er 1980 starb. Seine Bücher (Hauptwerke sind «Die Notizen» und «Bergfahrt») sind eher philosophische Erörterungen als Belletristik. Das «Jugendtagebuch» enthält viel Thurgauer Lokalkolorit, Banalitäten wie die Anzahl gerauchter Zigarren, es beschreibt aber auch die kompromisslose Suche nach Lebenseinsicht. Es ist das Typoskript eines Jugendlichen, der seine Rolle in der Welt probt. Mit grossen Zielen: Als passionierter Bergsteiger strebt er in die Höhe, als Denker ringt er um Tiefsinn.

Ludwig Hohl: Jugendtagebuch, Suhrkamp

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