Gewappnet für alles

Schirme an Open Airs sind ein Tabu. Es ist sowieso schon sehr eng an den Konzerten, und die Schirme versperren die Sicht auf die Bühne. Zudem könnte man im Gewühl mit der Spitze versehentlich jemandem das Auge ausstechen. Im Sanitätszelt gibt es auch ohne solche Verletzungen genügend zu tun.

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Schirme an Open Airs sind ein Tabu. Es ist sowieso schon sehr eng an den Konzerten, und die Schirme versperren die Sicht auf die Bühne. Zudem könnte man im Gewühl mit der Spitze versehentlich jemandem das Auge ausstechen. Im Sanitätszelt gibt es auch ohne solche Verletzungen genügend zu tun. Wer an Open Airs trotzdem nicht darauf verzichten will und Angst um sein Make-up hat, soll einen Schirmhut tragen. Er schützt vor Regen und ist nicht viel sperriger als ein normaler Hut. So zerrinnt die Wimperntusche auch bei Dauerregen nicht.

Wer braucht's sonst? Touristen in London.

Dieses Wochenende regnet es nicht nur in Strömen, es bleibt auch ziemlich kalt. Die Temperaturen steigen nicht über 20 Grad, und in der Nacht wird es eisig. Weil Biertrinken bei kaltem Wetter keinen Spass macht, nimmt der gescheite OpenAir-St. Gallen-Besucher eine Thermosflasche mit. Diese füllt er zu Hause mit heissem Glühwein oder mit Kafi Luz. Während sich die anderen am kalten Bier festhalten, packt er die Flasche aus, schenkt sich einen Becher Glühwein ein und verbreitet mitten im Sommer Weihnachtsmarktstimmung.

Wer braucht's sonst? Skifahrer.

Wenn es draussen nass ist, soll es wenigstens im Zelt drin trocken und warm sein. Billige Zelte aus dem Discounter haben oft kein Überzelt und gleichen schon nach ein paar Stunden Regen einem Swimmingpool. Wer ein trockenes Heim haben will – und zwar ein ganzes Open Air lang –, sollte sich eine Luxusversion leisten. Diese ist nicht ganz billig: Gute, wasserdichte Zelte kosten mehrere hundert Franken. Doch investieren lohnt sich, diese Modelle halten jedem Monsunregen und Hurrikan stand. Aber vielleicht suchen dann plötzlich viele Durchnässte Schutz im trockenen Zelt. Dann wird's darin sehr eng, stickig und unerträglich heiss.

Wer braucht's sonst? Expeditionsteilnehmer.

Das Übernachten auf dem Boden ist für den Rücken keine Wohltat. Erst recht nicht in arktischen Nächten, dann sind nicht nur Rückenschmerzen vorprogrammiert, sondern auch Erkältungen oder gar Erfrierungen. Dagegen hilft nur eine Isoliermatte. Sie verhindert den Wärmeaustausch zwischen dem Körper und dem kalten Boden. Aber ohne Schlafsack nützt die Matte auch nicht viel.

Wer braucht's sonst? Himalajabezwinger.

Die Wetterprognosen für dieses Wochenende sehen schitter aus: Es regnet von Donnerstag bis Sonntag durch. Die Wiese im Sittertobel saugt sich mit Wasser voll, und schon bald entsteht Schlamm – ganz viel Schlamm. Wer dennoch mit trockenen Füssen durchs Open Air kommen will, muss Gummistiefel tragen. Der Matsch kann bei Dauerregen schon mal einen Meter tief werden. Da helfen herkömmliche Gummistiefel auch nichts mehr. Gewappnet gegen Schlamm jeder Tiefe ist der Festivalgänger nur noch mit Watstiefeln, die reichen bis zum Oberschenkel und lassen sich an der Hüfte befestigen. (man)

Wer braucht's sonst? Fischer.