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GESUNDHEIT: Sauna – eine unterschätzte Arznei

Schwitzen ist gesund, sagt der Volksmund – und hat Recht damit: Neue Studien bestätigen, dass Schwitzkuren etlichen Krankheiten vorbeugen. Regelmässiges Saunieren soll sogar das Leben verlängern.
Lajos Schöne
Erholung pur: Sauna. (Bild: Fotolia)

Erholung pur: Sauna. (Bild: Fotolia)

Sauna ist mehr als Wellness: Sie leistet auch bei der Vorbeugung gegen Zivilisationskrankheiten einen wichtigen Beitrag. Der schroffe Wechsel zwischen extremer Hitze und Abkühlung trainiert das Immunsystem, wirkt positiv auf Herz, Gefässe, Atemwege und Stoffwechsel und erhöht sogar die Lebenserwartung. Das geht aus der Auswertung einer Reihe neuer wissenschaftlicher Studien hervor. Ein Experte fordert bereits einen kostenlosen Saunazugang für alle Schweizer.

Schon immer vermutet, jetzt bewiesen: Sauna verlängert das Leben. Natürlich kommt diese aktuelle Studie aus Finnland, aus dem Land, wo die Sauna als elementarer Bestandteil der Landeskultur gilt. Häufige, am besten tägliche Saunabesuche bieten Männern einen besonders wirksamen Schutz vor dem plötzlichen Herztod und anderen Herzrisiken, ermittelten dort Wissenschafter der Universität Ostfinnland in Kuopio in einer Langzeitstudie.

Kardiologe Jari A. Laukannen und seine Kollegen verfolgten über 21 Jahre hinweg den Gesundheitszustand von 2 315 ostfinnischen Männern, die zu Beginn der Erhebung zwischen 42 und 60 Jahre alt waren und Angaben zu ihren Saunagewohnheiten gemacht hatten. Die Analyse betraf drei Gruppen: Männer, die einmal in der Woche in die Sauna gingen, Probanden mit zwei bis drei wöchentlichen Saunabesuchen und schliesslich jene, die sich vier bis siebenmal beim Saunieren aufhielten. Auch der Einfluss der in der Sauna verbrachten Zeit floss in die Auswertung ein.

Das Ergebnis der im Fachblatt «Jama Internal Medicine» veröffentlichten Studie war eindeutig: Je häufiger die Männer in die Sauna gegangen und je länger sie es beim Schwitzen ausgehalten hatten, umso seltener erlagen sie einem plötzlichen Herztod, einem Herzinfarkt oder den Folgen anderer kardialen Ereignisse. Bei Männern mit der höchsten Saunahäufigkeit lag das Risiko eines plötzlichen Herztodes 63 Prozent niedriger.

Gratis-Sauna für alle Schweizer empfohlen

«Dies ist die erste Studie, die prospektiv nachweisen kann, dass eine regelmässige Saunanutzung das Risiko für den plötzlichen Herztod, koronare und kardiovaskuläre Mortalität wie auch für die Gesamtmortalität signifikant senkt», kommentiert Gian Flury aus Scuol die Studie im «Schweizerischen Medizin-Forum» und fügt hinzu: «Die Studienresultate sind aufgrund der robusten Datenlage klinisch relevant. Deshalb können wir Ärzte unseren Patienten regelmässiges Saunabaden als effiziente Primärprävention empfehlen.» Gian Flury, Chefkardiologe der Medizinischen Klinik Scuol, schlägt vor: «Das Bundesamt für Gesundheit und die Krankenkassen könnten die Saunanutzung fördern, indem der gesamten Schweizer Bevölkerung ein kostenloser Saunazugang offeriert wird oder bei Nachweis einer regelmässigen Saunanutzung die Krankenkassenprämien verbilligt werden.» «Sauna zählt zu den am meisten unterschätzten Massnahmen, die der Prävention vieler Erkrankungen dienen können», konstatiert auch Privatdozent Rainer Brenke. Der Berliner Internist und Facharzt für physikalische Medizin kommt zum Schluss, dass das regelmässige Saunieren sowohl zur gesundheitlichen Vorbeugung als auch zur Behandlung von Krankheiten mehr als bisher von Ärzten und Institutionen propagiert und gefördert werden sollte.

Für keine andere Massnahme ist eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber grippalen Infekten sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern so gut nachgewiesen wie für das Saunabaden, unterstreicht der Berliner Wissenschafter. Zusätzlich sei die gesundheitliche Stabilität insgesamt erhöht. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich nach etwa einem Vierteljahr regelmässigem, wöchentlichem Saunabesuch die Zahl der grippalen Infekte halbiert. Zudem verlaufen sie leichter als sonst.

Auch bei Hautkrankheiten kann Saunieren nützlich sein. Am deutlichsten ist ein positiver Saunaeffekt bei der Schuppenflechte (Psoriasis), wobei der Haupteffekt vermutlich durch die verringerte Infektanfälligkeit zustande kommt. Auch ein Teil der Neurodermitis-Patienten verträgt die Sauna gut und profitiert vom beruhigenden Einfluss der Sauna auf das vegetative Nervensystem. Bei einer chronischen Urtikaria (Nesselfieber) wird ebenfalls über eine positive Wirkung der Sauna berichtet.

In mehreren Studien wurden schmerzlindernde und antientzündliche Wirkungen der Sauna beschrieben. Ihre Wärme kann bei rheumatischen und degenerativen Erkrankungen des Bewegungssystems durch Freisetzung von Endorphinen lindernd wirken und die Beweglichkeit verbessern. Japanische Wissenschafter berichteten auch bei Weichteilrheuma beziehungsweise Fibromyalgie über günstige Auswirkungen des Saunierens auf die Lebensqualität der Betroffenen.

In die Sauna während der Schwangerschaft?

Gesunde Schwangere, die regelmässiges Saunieren gewohnt sind und keine Komplikationen haben, können von Beginn ihrer Schwangerschaft bis kurz vor der Entbindung den Hitze-Kälte-Wechsel geniessen, so der Berufsverband der Frauenärzte Deutschlands. Durch den Verlust von Flüssigkeit beim Schwitzen können Wassereinlagerungen verringert werden. Zudem haben Saunagängerinnen unter Umständen eine leichtere Geburt, da die Muskulatur insgesamt weicher und entspannter ist.

Unerfahrene Saunabesucherinnen sollten nicht in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft damit anfangen. In diesem Zeitraum reagiert das Ungeborene am empfindlichsten. Werdende Mütter sollten sich beim Wärmebad auf ihr Gefühl verlassen und die Saunakabine verlassen, sobald sie sich unwohl fühlen. Insbesondere gegen Ende der Schwangerschaft ist ein kaltes Tauchbad nicht zu empfehlen.

Positive Wirkung auf die Psyche

Die Wirkung beruht auf dem gezielten Wechsel von extremen Wärme- und Kältereizen. Bei einer trockenen Hitze von bis zu 100 Grad Celsius steigt die Hauttemperatur im Laufe eines 10- bis 15minütigen Saunagangs auf etwa 42 Grad an. Die Blutgefässe weiten sich, die Durchblutung nimmt zu. Der Temperaturanstieg verstärkt die Bildung von weissen Blutkörperchen, Makrophagen und Lymphozyten, Substanzen, die für die körpereigene Abwehr zuständig sind.

Während der anschliessenden Abkühlphase in kühler Luft, im kalten Wasser eines Tauchbades oder im Schnee verengen sich die Blutgefässe. Für die Gefässmuskeln bringt das einen beachtlichen Trainingseffekt mit sich.

Das unkomplizierte Naturheilmittel Sauna hat eine ausgesprochen wohltuende und erfrischende Wirkung auf den Organismus. Glaubt man finnischen Saunaexperten, wird in der Hitze der Sauna der Geist von Spannungen befreit. Ein Mensch, der von Sorgen bedrückt war, verlässt die Sauna in ausgeglichener, ja fröhlicher Stimmung.

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