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GESUNDHEIT: Gefährliches Wohlstandsbäuchlein

Eine grossangelegte Studie belegt, dass schon wenige Kilos zu viel um die Hüfte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen massiv erhöhen können.
Bauchspeck ist besonders problematisch. (Bild: Getty)

Bauchspeck ist besonders problematisch. (Bild: Getty)

Eine grossangelegte schottische Untersuchung zeigt eindeutig, dass übermässige Pfunde eher zu Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall führen. Das widerspreche dem Adipositas-Paradoxon, betonen die Forscher im «European Heart Journal». Das Paradoxon besagt, dass Übergewicht unter Umständen vorteilhaft sein könne, vor allem bei älteren, fitten Menschen.

Die neue Studie widerspricht dem fundamental. «Je weniger Fett, insbesondere um den Bauch, desto geringer das Risiko für spätere Herzerkrankungen», sagt Erstautorin Stamatina Iliodromiti von der Universität Glasgow. Das geringste Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten Menschen mit einem Körper-Mass-Index (BMI) zwischen 22 und 23 – also deutlich unter dem Wert für Übergewicht. Dies beginnt laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erst bei einem BMI von 25, Fettleibigkeit ab dem BMI 30.

Bauchzuwachs ist schädlich

Die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stieg demnach linear. Eine wichtige Rolle spielt vor allem der Taillenumfang: Das geringste Risiko fanden die Forscher bei Frauen mit einem Umfang von 74 Zentimetern, bei Männern mit 83 Zentimetern. Bei Frauen stieg die Gefahr für Herz-Kreislauf-Probleme für jeden Zuwachs um 12,6 Zentimeter um 16 Prozent. Männer stieg das Risiko pro 11,4 Zentimeter um 10 Prozent. Bauchfett gilt als besonders problematisch, weil es im Gegensatz zu Fettpolstern direkt unter der Haut verstärkt entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzt, die die Blutgefässe schädigen.

Zwar sei es gerade für viele ältere Menschen schwierig, den BMI im Normalbereich zu halten, gestehen die Autoren ein. Doch die Botschaft der Studie sei, dass schon die Abnahme weniger Kilos die Gesundheit fördere. Dies sei umso wichtiger, da fast die Hälfte der erwachsenen Weltbevölkerung übergewichtig sei.

«Anhand dieser Daten kann man das Adipositas-Paradoxon so nicht mehr stehen lassen. Wer dicker ist, hat ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn man dann ein bisschen abnimmt, kann das nur gut sein», sagt Nikolaus Marx vom Uniklinikum Aachen. Um das Paradox endgültig zu widerlegen, müsse das Resultat jedoch in weiteren grossen Studien bestätigt werden. Der Experte betont, dass Übergewicht auch das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes 2 und für Probleme des Bewegungsapparates steigern kann. (sda)

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