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GESUNDHEIT: Die dicksten Diät-Irrtümer

Nach der Fasnachtszeit möchte so manch einer Pfunde und Kilos verlieren. Nur sollte man dabei keinem Denkfehler unterliegen und Methoden anwenden, die nichts bringen.
Christian Satorius
Immer noch gleich viel: Der Blick auf die Waage endet recht oft mit einer Enttäuschung. (Bild: Getty)

Immer noch gleich viel: Der Blick auf die Waage endet recht oft mit einer Enttäuschung. (Bild: Getty)

Schön wäre es doch, wenn man ganz einfach im Schlaf abnehmen könnte. Das funktioniert sogar, wenn auch nur in Grenzen. Experten nennen die Energiemenge, die unser Körper in völliger Ruhe verbrennt, «Grundumsatz». Diese Energie wird vom Organismus aufgebraucht, um wichtige Körperfunktionen wie etwa die Atmung auch in völliger Ruhe, also zum Beispiel beim Schlafen, sicherzustellen.

Mit anderen Worten: Auch im Schlaf werden Kalorien verbrannt. Der Grundumsatz eines 40-jährigen Mannes, der rund 75 Kilogramm wiegt, beträgt in 24 Stunden etwa 1750 kcal, der einer 60 Kilo schweren 30-jährigen Frau zirka 1350 Kilokalorien.

Würden wir uns also tagsüber nicht immer wieder neue Kalorien zufuttern, so könnten wir im Schlaf kräftig abnehmen, und zwar, ganz ohne uns tagsüber ­bewegen zu müssen oder auch überhaupt nur aufzustehen.

So verführerisch sich das Ganze anhören mag: Ganz so einfach ist das in der Praxis leider nicht. Zum einen schläft wohl kaum jemand 24 Stunden am Tag, zum anderen drohen selbst bei geringerer Ruhezeit ohne ausreichende Bewegung natürlich Muskelabbau und noch schlimmeres Unbill, von Essstörungen mal ganz zu schweigen.

In den USA lässt sich zurzeit dennoch der gefährliche Trend beobachten, den Schlaf mit Hilfe von Tabletten möglichst lange auszudehnen, um so abnehmen zu können. Frei nach dem Motto «If you aren’t awake, you’re not eating cake», übersetzt in etwa «Wenn du nicht wach bist, kannst du auch keinen Kuchen essen», nennt sich das Ganze dann «Sleeping Beauty Diet», bei uns auch «Dornröschen-Diät», die eher nicht zu weniger Kilos, dafür zu Tablettenabhängigkeit führt.

Abnehmen auf die Schnelle

Heute muss alles schnell gehen, auch das Abnehmen. Sogenannte «Blitz-Diäten» versprechen denn auch einen besonders schnellen Fettabbau in ganz kurzer Zeit. Und wirklich: Nach nur wenigen Tagen beginnen die Pfunde meist auch schon zu ­purzeln. Doch was da so auf die Schnelle abgebaut wird und für den rasanten Schwund der Kilogramme sorgt, ist mitnichten das Körperfett: Der hohe Gewichtsverlust beruht zu einem grossen Teil auf Wasserverlusten und dem Abbau von Muskelprotein, wohingegen sich die gewünschte Verringerung des Fettgewebes in Grenzen hält.

Abnehmen mit Fasten und Rasten

Das Wort «Fastenzeit» klingt verführerisch: Einfach ein bisschen weniger essen und schon purzeln die Pfunde. Doch ganz so simpel ist das nicht. Zum einen droht nach der Fastenkur der gefürchtete Jo-Jo-Effekt, zum anderen kommt es nicht nur darauf an, wie viele Kalorien dem Körper zugeführt werden, sondern auch, wie viele er verbrennt. Mit anderen Worten: Unter den Strich zählt nur die Gesamtbilanz.

Wer weniger isst, um abzunehmen, sollte sich deshalb mindestens genau gleich häufig bewegen wie immer, sonst kann das Ganze nicht funktionieren. In der kalten Jahreszeit den täglichen Spaziergang einfach ausfallen zu lassen, geht also nicht.

Experten empfehlen zudem, ein Diät-Tagebuch zu führen und darin ganz genau aufzulisten, was man im Tagesverlauf so alles zu sich nimmt. Im Alltag wird nämlich der eine oder andere Snack gerne mal vergessen, in die Rechnung mit einzubeziehen:

Hier ein Apfel, da ein Joghurt, und auch mal ein Schokoriegel. Man gönnt sich ja sonst nichts. All das kann sich im Tagesverlauf ganz schön summieren. So manch einer steht dann abends auf der Waage und wiegt noch immer gleich viel, obwohl er doch kaum etwas gegessen hat …

Abnehmen mit Biertrinken

An manchem Stammtisch erfreut sich die Theorie grosser Beliebtheit, dass man beim Biertrinken abnehmen würde. Die Idee dahinter: Jedes kalte Getränk, das man zu sich nimmt, wird im Bauch ja praktisch automatisch auf 37 Grad Celsius Körpertemperatur erwärmt. Das kostet Energie, die zum Abnehmen genutzt werden kann.

Die Milchmädchenrechnung geht nun so: Um einen Milliliter Wasser um ein Grad Celsius zu erwärmen, wird die Energie einer einzigen Kalorie benötigt. Vereinfacht gesagt stimmt die Rechnung bis hierher sogar. Will man nun einen Liter Bier – der ja überwiegend aus Wasser besteht – von sagen wir 10 Grad Celsius Trinktemperatur auf 37 Grad Celsius Körpertemperatur erwärmen, braucht man dafür genau 37 minus 10 mal 1000 Kalorien (1000 Milliliter sind 1 Liter), also exakt 27000 Kalorien. Eine stolze Zahl. Doch der eigentliche Trugschluss kommt jetzt: Da ein Liter Bier ja aber nur 400 Kalorien hat, nimmt man beim Biertrinken also ganz automatisch ab.

Tönt gut, stimmt aber nicht. Das Problem: In der Umgangssprache spricht man zwar von Kalorien, man meint damit aber in Tat und Wahrheit eigentlich Kilokalorien, also die tausendfache Menge. Ein Liter Bier hat denn auch mitnichten nur 400 Kalorien, sondern vielmehr 400 Kilokalorien (kcal), das sind 400000 Kalorien.

Die richtige Rechnung muss also so aussehen: 400000 Kalorien minus 27000 Kalorien sind gleich 373000 Kalorien bzw. ­ 373 Kilokalorien (kcal). Diese bleiben übrig und machen das Bierbäuchlein nicht kleiner. Schade eigentlich.

Magenbypass und Schlauchmagen fast ebenbürtig

Krankhaftes Übergewicht samt seinen möglichen Folge wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder zum Teil auch Krebs sind in der westlichen Welt stark verbreitet. Bei be­sonders Übergewichtigen, also adipösen Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 35 gelten Eingriffe in der Bauchhöhle als die effizientesten Gegenmassnahmen. (Für die Berechnung des BMI sind Gewicht und Körpergrösse massgebend; im Internet gibt es Dutzende von BMI-Rechnern).In der Schweiz werden jährlich rund 5500 solcher Eingriffe durchgeführt. Standardoperation ist der Magenbypass, bei dem der Magen durch ein Stück Dünndarm überbrückt wird. Immer häufiger zum Zug kommen daneben Methoden wie der Schlauchmagen, der durch eine Verkleinerung des Magenvolumens entsteht. Dieser Eingriff lässt sich einfacher, schneller und auch bei einem sehr hohen BMI mit tiefer Komplikationsrate durchführen.

Über 200 Patienten untersucht
Zum Vergleich der beiden häu­figen Operationsarten wurden in einer Schweizer Studie 217 schwer übergewichtige Patienten untersucht, denen je zur Hälfte entweder ein Magenbypass oder ein Schlauchmagen zugeteilt wurde. Ihr Alter lag zwischen 18 und 65 Jahren (Durchschnitt 45,5 Jahre), und 72 Prozent der Versuchspersonen waren Frauen. Die Studie der Universität Basel wurde an vier Orten in der Schweiz durchgeführt und von Ralph Peterli am Basler St. Claraspital geleitet.

Punkto Gewichtsverlust führten die beiden Operationstypen fünf Jahre nach dem Eingriff zu ähnlichen Resultaten: Nach einem Magenbypass nahmen die Patienten 68 Prozent des Übergewichts ab, nach einem Schlauchmagen 61 Prozent. Auch der BMI verringerte sich bei beiden Operationen von 44 auf 32. Verbessert wurden zudem Fol­geerkrankungen wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Stoffwechselstörungen, Rücken-/Gelenkschmerzen sowie depressive Verstimmungen, ebenso die allgemeine Lebensqualität.

Bypass besser bei Magensäurereflux
Patienten mit bestehendem Magensäurereflux profitieren eher von einer Magenbypass-Operation: Bei diesem Eingriff wurden die Symptome bei 60 Prozent beseitigt, während es beim Schlauchmagen nur 25 Prozent waren. Zudem kam es nach einer Schlauchmagen-Operation deutlich auch häufiger zu einer Verschlechterung oder zum Neuauftreten von Magensäurereflux. Eine erneute Operation oder weitere Interventionen waren bei 22 Prozent der Magenbypässe und bei 16 Prozent der Magenschlauch-Operationen nötig.

Die Ergebnisse der Studie sind im «Journal of the American Medical Association» (JAMA) veröffentlich worden. (red)

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