Geschichten hinter der Stickerei

Vier Seiten über Stickerei: Von einem Buch, das in die Geschichte leuchtet, über ein Theaterstück, das die Stickereikrise thematisiert, bis zu einem Produktionsrundgang bei der St. Galler Forster Rohner AG und einem Besuch in kleinen Betrieben, an die fast niemand denkt, wenn von Stickereien die Rede ist.

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Inspirationen im Büro der Designer der St. Galler Stickerei Firma Forster Rohner AG. (Bild: Beat Belser)

Inspirationen im Büro der Designer der St. Galler Stickerei Firma Forster Rohner AG. (Bild: Beat Belser)

«You can find inspiration in everything.» Das hat Paul Smith einmal gesagt. Und Hans Schreiber, Creative Director bei Forster Rohner, hält es wie der britische Modedesigner. Dieses Mal waren es Bilder von Coco Chanel, die in den 1920er-Jahren in Biarritz sportliche Übungen am Strand gemacht haben soll. «Schon kann daraus etwas entstehen», sagt Schreiber. 500 Dessins entwerfen er und sein Designer-Team pro Kollektion, zwei Kollektionen jährlich, macht 1000 Dessins. Es beginnt mit Inspirationen und endet mit Kleidern auf dem Laufsteg. Doch was geschieht dazwischen? Ein Rundgang in der Produktion der Forster Rohner AG.

Die Stickereiindustrie hat sich wieder erholt, doch sie blüht nicht mehr so sehr wie in den 1910er-Jahren. Mit Rebecca C. Schnyder hat das Theater St. Gallen eine junge Autorin für einen Text beauftragt, der mit dem Niedergang der St. Galler Stickerei ein wichtiges Stück Geschichte der Stadt und ihrer Identität auf die Bühne bringt. Dieser Niedergang – ist das immer noch ein Trauma, das bis heute die Zukunftsträume St. Gallens erstickt? Die Hauptfigur Alex jedenfalls scheitert im Stück mit seinen Visionen, zu gross ist die Last der Tradition.

Das sind zwei der Stickereigeschichten, die auf vier Focus-Seiten erscheinen. Erklärt wird auch, wie aus der Rheintaler Jacob Rohner AG eine Weltfirma wurde und wie dabei eine mächtige, tief im katholischen Milieu verankerte Frau die Fäden zog. Die Rheintalerin Jolanda Spirig hat darüber ein Buch geschrieben. Und natürlich gehen wir auch der Stickerei fern von Haute Couture nach, jener auf mit Logos bestickten T-Shirts, jener auf Nastüchern, Touristensouvenirs und auf nobler Unterwäsche. (red.)

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 31. Oktober.