GENDERFRAGE: Oh Mann, Garfield

Im Internet gab es einen hitzigen Streit um die Frage: Ist Comic-Kater Garfield geschlechtslos?

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Eigentlich war es nie wirklich eine Frage. Garfield, der weltberühmte Comic-Stubentiger mit orangefarbenem Fell, ist ein Kater. Seit 1978, als der erste Comic erschien, kennen ihn Fans als pummeligen Faulenzer und ­Lasagne-Liebhaber. Doch dann entbrannte in den vergangenen ­Tagen im Internet eine hitzige Debatte über das Geschlecht des Katers. Oder hat Garfield womöglich gar keines?

Auf der englischsprachigen Wikipedia-Seite wurde Garfields Geschlecht ständig wieder ­geändert: von männlich zu geschlechtslos und zurück. Etwa sechzig Stunden ging das so, bis ein Administrator einschreiten und den Eintrag zu Garfield kurze Zeit blockieren musste, wie die «Washington Post» berichtet.

Wie konnte es so weit kommen? In der Comicserie wird Garfield öfter als Männchen identifiziert. Sein Besitzer im Comic, Jon, sagt «Guter Junge!» zu ihm oder bezeichnet ihn als seinen «Sohn». Doch dann hat der Satiriker und Autor Virgil Texas ein Zitat von Garfield-Erfinder Jim Davis auf Twitter verbreitet, das bis dahin kaum beachtet worden war. Im Interview des Internet-Portals «Mental Floss» hatte Davis gesagt: «Weil er eben eine Katze ist, ist er nicht wirklich männlich oder weiblich oder hat eine bestimmte Rasse oder Nation, ist weder jung noch alt.» Kurz darauf ging der Redigier-Marathon auf Wikipedia los.

Auf Nachfrage klärte Jim Davis den Streit schliesslich auf: «Garfield ist ein Männchen», sagte er der «Washington Post» und bestätigte es auch der Agentur DPA. Sein Kommentar sei aus dem Kontext gerissen worden. Er habe immer mit Tieren arbeiten wollen – eben weil man diese keinem bestimmten Geschlecht und keiner ethnischen Gruppe zugeordnet wahrnehme.

Satiriker Virgil Texas reagierte auf Twitter: «Freunde, wir sollten die Entscheidung bezüglich Garfields Geschlecht nicht als Niederlage sehen. Wir sollten es als Sieg sehen für das, was am meisten zählt: das Original.» (dpa)