Gekonnte Inszenierung

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Gekonnte Inszenierung

Gekonnte Inszenierung

Heute lümmeln Männer am Feierabend in der Trainerhose auf der Couch. Nicht so Hugh Hefner. Der «Playboy»-Gründer empfing Gäste und Journalisten stets im Hausmantel aus weinrotem Samt, mit schwarzem Umlegekragen. Das edle Stück war früher einer privilegierten Schicht vorbehalten. «Es strahlt Lässigkeit, aber auch Frivolität aus», sagt der Zürcher Stylist Clifford Lilley. Die Schleife ist schnell gelockert, das Mann rasch aus dem Mantel geschält. Nur schon der Gürtel weckt Fantasien: «Man könnte damit das Objekt der Begierde ans Bett fesseln oder ihm die Augen verbinden, es erwürgen», sagt Lilley und lacht.

Hefner trug den Mantel als exotische Uniform. Dazu eine Kapitänsmütze – denn Seemänner waren und sind ein Frauentraum. Damit brannte sich Hefner ins kollektive Gedächtnis ein. Gekonnte Selbstinszenierung: Der Mann hatte in jungen Jahren als Werbetexter gearbeitet. Also, liebe Männer: Raus aus der saloppen Jogginghose, rein in den dekadenten Hausmantel. Darin dürft ihr eurem Besuch gern ein Gläschen Prosecco anbieten. Aber bitte nicht im Ikea-Glas.

Melissa Müller