Geistreich die Liebe und das Leben meistern

Lesbar Frauen

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Rebecca Smith: Jane Austens Ratgeber für moderne Lebenskrisen. Lambert Schneider 2016, 223 S., Fr. 28.25

Die meisten kennen Jane Austens Romane vor allem aus dem Kino: durch Verfilmungen in prominenter Besetzung und üppiger Ausstattung. Bücher wie «Mansfield Park», «Emma» oder «Stolz und Vorurteil» sind Klassiker der englischen Literatur – und auch bei mehrfacher Lektüre ein Vergnügen, nicht nur für Frauen. Austen, vor 200 Jahren gestorben, bezog darin entschieden Stellung gegen eine Gesellschaft, in der das weibliche Lebensglück mit einer auskömmlichen Verheiratung steht und fällt. Abgesehen davon, dass die moderne, gebildete Frau wesentlich mehr Spielraum für ein selbstbestimmtes Leben hat, sind die kleinen Nöte in Liebesdingen, Stil- und Freundschaftsfragen verblüffend gleich geblieben. Hier werden sie (von einer Ur-Ur-Ur-Urgrossnichte Austens) unterhaltsam und mit Witz aufgegriffen. Für Jane-Austen-Maniacs und alle, die es werden wollen.

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Zelda Fitzgerald: Himbeeren mit Sahne im Ritz. Erzählungen. Manesse 2016, 224 S., Fr. 34.50

Zu talentiert, um glücklich zu werden

Eine «drittklassige Autorin» nannte sie F. Scott Fitzgerald, an dessen Seite Zelda zum Enfant terrible des Jazz-Zeitalters wurde. Das stimmt mitnichten – mögen ihre Erzählungen auch auf den ersten Blick sprunghafter und oberflächlicher erscheinen als die Romane ihres Gatten. Felicitas von Lovenberg vergleicht Zelda Fitzgeralds literarische Qualitäten im Nachwort dieser erstmals ins Deutsche übersetzen Erzählungen mit jenen Dorothy Parkers und Harper Lees und plädiert für die Neuentdeckung einer Autorin, «die in ihren Geschichten weibliche Identitäten anprobiert wie ein Filmstar die Kostüme aus dem Fundus».

Bettina Kugler

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