Gedoptes Pferdefleisch?

Pferdefleisch landet schon seit Urzeiten auf dem Teller. So gesehen ist das nicht deklarierte Pferdefleisch in der Lasagne nicht zwingend ein Gesundheitsrisiko. Ausser es hätte unerlaubte Arzneimittel drin, was zur Zeit überprüft wird.

Knellwolf/Hanimann
Merken
Drucken
Teilen
Pferde- statt Rindfleisch in der Lasagne – ein Betrug im Warenkorb. (Bild: ky)

Pferde- statt Rindfleisch in der Lasagne – ein Betrug im Warenkorb. (Bild: ky)

Pferdefleisch in der Lasagne. Und jetzt? Was ist an Pferdefleisch schlechter als an Rindfleisch. Eigentlich nichts, sagt der Stellvertretende Kantonschemiker des Kantons St. Gallen Klaus Luczynski. «Das Pferdefleisch zeichnet sich aus durch einen hohen Anteil an Glykogen. Das ist ein Kohlenhydrat, das als Speichermolekül für Zucker in den Muskeln fungiert. Deshalb schmeckt es leicht süsslich» – und wird deshalb von einigen genüsslich als Fohlenfilet verzerrt.

Gesundheitsgefährdend ist der Betrug mit dem Fleisch in der Lasagne somit eigentlich nicht – ausser es hätte unerlaubte Arzneimittelrückstande im Pferdefleisch. Denn Sportpferde werden vom Tierarzt anders behandelt als Nutziere, die in die Lebensmittelkette gelangen.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Pferdefleisch zu den ältesten Nahrungsmitteln der Menschheit gehörte. Ein Verbot von Papst Gregor III. jedoch brachte es im 8. Jahrhundert in Verruf. Erst im 19. Jahrhundert wurde das Verbot von Frankreich aus allmählich in Frage gestellt, und das Pferdefleisch kam wieder auf die Speisepläne – allerdings nicht in allen Ländern gleich. Heute gibt es in Europa einen eigentlichen Pferdefleischgraben zwischen romanischen und germanischen Ländern.

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 15. Februar.