Geballte Solidarität in Rosarot

War ihnen die Umgebung plötzlich zu eintönig? Hatten sie in diesem heissen Sommer einfach Lust auf Farbe? Oder haben Frauen die Höfe übernommen und wollten ein sichtbares Zeichen dafür setzen, dass das weibliche Geschlecht in dieser Branche durchaus etwas zu sagen hat? Der Anlass für diese

Diana Bula
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Diana Bula)

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War ihnen die Umgebung plötzlich zu eintönig? Hatten sie in diesem heissen Sommer einfach Lust auf Farbe? Oder haben Frauen die Höfe übernommen und wollten ein sichtbares Zeichen dafür setzen, dass das weibliche Geschlecht in dieser Branche durchaus etwas zu sagen hat? Der Anlass für diese Gedanken: Auf immer mehr Wiesen türmen sich Siloballen in Rosarot. Bisher waren die Haufen weiss oder grün. Doch schon diese farbliche Zurückhaltung war manchen zu viel. Siloballen würden den Blick auf das ländliche Idyll verstellen, sie seien eine Verschandelung der Landschaft, hiess es immer wieder. Und von Monster-Mozzarellas und Dinosaurier-Eiern war die Rede.

Dass die rosaroten Siloballen auf mehr Gegenliebe stossen, ist zu bezweifeln. Schliesslich betten sie sich kein bisschen ins Grün der Wiesen ein. Würden die Bauern sie etwas kreativer stapeln, könnten sie glatt als subversive Kunst durchgehen. Doch um Provokation geht es den Landwirten nicht. Sie wollen Gutes tun. Pro rosaroter Balle gehen drei Franken an die Brustkrebs-Vorsorge-Organisation Pink Ribbon. Ein Franken übernimmt der Folienhersteller Trioplast, ein Franken der Schweizer Importeur Aemisegger Agro-Bedarf aus Lutzenberg, ein Franken der Kunde. Wiederum mussten sich die Bauern einiges anhören: Ob sie nun die feminine Seite in sich ausleben würden und was diese Riesen-Marshmallows sollten. An den Erfolg glaubte Aemissegger anfänglich selber kaum: «Wir sind zaghaft an die Bestellung herangegangen.» Die rosarote Folie ist unterdessen ausverkauft.