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Gartenbibel für Guerillagärtner

Zigarettenasche gegen Ungeziefer und abgeschnittenes Haar für gutes Wachstum. Mit «Fortpflanzen!» haben zwei Frauen ein Buch geschrieben, mit dem man dank einfacher Tricks sein Grünzeug im Schuss halten kann.
Leonie Vollenweider

Ist die Tomatenstaude das zehnte Mal in Folge eingegangen, die einzige noch lebende Rose von Blattläusen befallen oder wühlt man beim Jäten in den Hinterlassenschaften von Nachbars Katze – dann hilft oft nur noch Fluchen und Beten. Oder aber man nimmt das Buch «Fortpflanzen!» von Sabine Reber und Erica Matile zur Hand. Dieses ist vollgestopft mit simplen und leicht umsetzbaren Tips für jeden – mit oder ohne grünen Daumen. «Es ist eine Gartenbibel für Guerillagärtnerinnen und Zimmergärtner, für Balkonbäuerinnen und für urbane Blumenzüchter», so Sabine Reber.

Tips für Einsteiger und Könner

«Zum Scherz habe ich immer mal wieder angedroht, eine Gartenbibel zu schreiben: klein und dick, ohne ein einziges Foto», schreibt Sabine Reber im Vorwort ihres umfangreichen Werkes. Doch erst als die Designerin Erica Matile mit einem Stapel historischer Gartentips an die Gartenexpertin herantrat, kam der Stein ins Rollen. Zusammengekommen sind 1000 Tips. Die meisten davon sind nützlich, andere – vor allem alte Ratschläge, die nach neusten Erkenntnissen nichts taugen – sollen zum Schmunzeln anregen.

Hier einige amüsante Ratschläge aus dem Buch:

• Tote Pferde und Fische

Von der englischen Gartengestalterin und Autorin Vita Sackwille-West ist folgende Anekdote überliefert: Auf die Frage, wie ihre Lilien dermassen riesig geworden seien, antwortete sie: «Ich habe ein totes Pferd darunter begraben.» Wer kein totes Pferd vorrätig hat, nimmt einen Süsswasserfisch. Er vermag zum Beispiel eine Tomatenpflanze ein Jahr lang zu düngen und soll so die schönsten Liebesäpfel hervorbringen.

• Zigaretten töten

Ein alter Gartentip besagt, man soll Zigarettenasche mit Erde mischen oder Zigarettenstummel in einer Giesskanne über Nacht einweichen und das Wasser dann als Insektizid verwenden. Wie man bereits aus Erfahrung bei Zweibeinern weiss, ist Zigarettenasche zweifellos ungesund, und so verschwinden unerwünschte Viecher sicherlich unverzüglich. Nur ist das Gift damit auch im Boden und dieser für die Pflanzen nicht mehr sehr gesund.

• Blumen für Partymenschen

Jenen, die ihren Balkon oder Garten lieber für abendliche Grillfeste als zum mittäglichen Sonnenbaden nutzen, ist das Anpflanzen von Ziertabak, Reseda, Geissblatt oder Königslilien zu empfehlen. Denn im Gegensatz zu Rosen, Tulpen oder Margeriten duften diese nicht tagsüber, sondern besonders in den Abendstunden intensiv.

• Horniges Recycling

Nächstes Mal zum Haareschneiden einen Plastiksack mitbringen und den Coiffeur bitten, «die Reste» einzupacken. Denn abgeschnittenes Haar kann sinnvoll recycelt werden. Der Blumenerde beigegeben, wirken sie wie Horndünger. Funktioniert auch mit abgeschnittenen Nägeln. Aber bitte stets ohne Haarfarbe und Nagellack.

• Kaffee macht Pflanzen schlapp

Kaffee gilt bekanntlich als Muntermacher. Doch ist es nicht ratsam, hängenden Pflanzen mit der koffeinhaltigen Brühe neues Leben einhauchen zu wollen. Denn der Kaffee dringt direkt in die Erde, wodurch zwar zahlreiche schädliche Insekten beseitigt werden, aber auch einige Pflanzen schlapp machen können. Kalten Kaffee deshalb nur über Pflanzen giessen, bei denen die eventuell tödlichen Nebenwirkungen erwünscht sind.

• Katzenschreck

Angeblich sollen Kaffeesatz oder sogenannte «Verpiss-dich-Pflanzen» Nachbars Katze vom eigenen Garten fernhalten. Doch bleiben die Vierbeiner von solchen Massnahmen meist unbeeindruckt. Um den Tieren das Freiluftklo unzugänglich zu machen, bastelt man besser Barrieren aus Brombeerranken oder Stacheldraht.

Mit diesen und weiteren einfachen Tips sollten auch Gartenmuffel Freude am Werkeln bekommen. Dennoch sei die Gartenbibel nicht zum «blinden Nachbeten» gemacht. «Im Zweifelsfall ausprobieren und den gesunden Menschenverstand walten lassen», schreibt Reber. Ob man darunter auch das Vergraben von Fischen oder Haaren versteht, sei dahingestellt.

Sabine Reber, Erica Matile: Fortpflanzen! 1000 Tipps, damit es im Garten wirklich klappt. Landverlag 2014, 365 S., 26 Franken

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