Für Health-Food und Massenproduktion

Hülsenfrüchte sind die Früchte der Pflanzen der botanischen Familie der Fabaceen, auch Leguminosen genannt. Sie sind die drittgrösste Pflanzenfamilie der Welt – nach den Orchideen und den Korbblütlern.

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Hülsenfrüchte sind die Früchte der Pflanzen der botanischen Familie der Fabaceen, auch Leguminosen genannt. Sie sind die drittgrösste Pflanzenfamilie der Welt – nach den Orchideen und den Korbblütlern.

Weltweit intensiv angebaut wird die Hülsenfrucht Soja. Die Anbaufläche beträgt rund 100 Millionen Hektar, 25 Mal die Fläche der Schweiz. Dieser Aufstieg von Soja hat auch mit der Zulassung von gentechnisch verändertem Saatgut vor 20 Jahren zu tun. «Soja war eine der ersten Pflanzenarten, die man gentechnisch so manipulierte, dass sie – im Gegensatz zu ungeplant wachsenden <Unkräutern> – durch ein bestimmtes Herbizid nicht abgetötet wird», schreibt ETH-Professor Achim Walter.

Weil gleichzeitig die Verfütterung von Tiermehl, zerkleinertes Tierkadaver, an Rinder wegen der BSE-Gefahr verboten wurde, wurde die Sojabohne zum proteinhaltigen Ersatzprodukt für die Futtermittelbranche. Bald wurde Soja im grossen Stil als Tierfutter angebaut – nur noch drei Prozent der Jahresproduktion werden vom Menschen gegessen. Entgegen der Regeln guter agronomischer Praxis wird in Nord- und Südamerika Jahr um Jahr auf denselben Feldern angebaut – ein wenig umweltfreundliches Agrarsystem.

Walter hofft nun auf neue Initiativen, die Sojabohne in der Schweiz und in Europa vermehrt und umweltfreundlich zu produzieren. «Sie könnte das Starlet des wachsenden Health-Food-Bereichs werden. Sie hat das Zeug dazu, Biolandwirtschaft und Big Business gleichermassen für sich zu gewinnen», schreibt Walter. (Kn.)

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