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Freud macht Witze

Belles Lettres
Hansruedi Kugler

Selten so Tränen gelacht wie bei Peach Weber. Ungerührt erzählt der Witzbold von seiner Situation: kein Sex, kein Talent, dazu noch Haarausfall und Übergewicht. Das Leben als totale Niederlage. Zum Glück weint der Mann auf der Bühne nicht. Als anständiger Mensch müsste man ihn tröstend in den Arm nehmen. Warum lacht man? Sigmund Freud erklärt es in der brillanten Studie «Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten». Aufwand­ersparnis sei der Schlüssel zum Lachen. In seinen Witzen erspart uns Peach Weber das Mitleid, schenkt uns das Lachen und gönnt uns eine Verschnaufpause in unserem Dauermoralismus. Chefpsychoanalytiker Sigmund Freud interessierte sich für das Lachen, weil es ein Fenster zum Unbewussten öffnet.

Selbstironie ist deshalb die sympathischste Form des Witzes. Auch an Peach Webers Lieblingsgag hätte Sigmund Freud seine Freude gehabt: «Mein Lieblingstier ist das Poulet» – die leichtfüssige Albernheit entlarvt in der überraschenden Gegenüberstellung, dass das Leibliche und Unbewusste immerzu Wille, Moral und Vernunft überrumpelt. Der Witz könnte grad von Obelix stammen.

Hansruedi Kugler

Sigmund Freud: Der Witz und seine Beziehung zum Unbe­wussten (1905), Fischer-Verlag.

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