FRANKREICHS EHRENTAG: Chansons, Croissants, Culture

Am 14. Juli feiert Frankreich sich selbst. Auch wenn die Grande Nation nicht mehr das ist, was sie einmal war, gibt es genügend Gründe, Frankreich zu lieben. Hier sind fünf davon.

Daniel Walt
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Balzacs Grabstätte auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise. (Bild: Keystone)

Balzacs Grabstätte auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise. (Bild: Keystone)

1. Die schönsten Lieder kommen aus Frankreich



L'amour, la vie, la mort: In keiner anderen Sprache der Welt tönt es poetischer, wenn Künstlerinnen und Künstler die Liebe, das Leben oder sogar den Tod besingen. Unvergessen ist beispielsweise der bereits 1980 verstorbene Joe Dassin, der vermutlich jedem Deutschweizer noch aus dem Französisch-Unterricht bekannt ist mit seiner Hommage an die Pariser Prachtsstrasse Champs-Elysées:



Die französische Musikszene hat neben Joe Dassin aber auch viele andere Grössen hervorgebracht. So beispielsweise Michel Sardou - er ist seit über 50 Jahren im Geschäft und hat den Palais Omnisports de Paris-Bercy in seiner Karriere schon gegen 100 mal gefüllt:



Auch ohne Erfolgskomponist Jean-Jacques Goldman ist Frankreichs Musikszene nicht mehr denkbar. In den 80ern und 90ern machte er als Einzelinterpret beziehungsweise Teil des Trios Fredericks/Goldman/Jones von sich reden - mittlerweile hat er praktisch schon für alle grossen Künstler Frankreichs Hits geschrieben, so etwa für Céline Dion oder Johnny Hallyday.

Und schliesslich noch eine Frau aus Frankreich gefällig, die seit Jahren erfolgreich im Musikbusiness und auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist? La voilà: Patricia Kaas - Mam'sell qui chante le blues:



2. Essen und trinken - leben wie Gott in Frankreich



Ein Croissant zum Frühstück, ein Crêpe bei der Sacré-Coeur und ein Entrecôte mit Roquefort-Sauce mit Blick auf den Eiffelturm: Wer Frankreich und seine (Ess-)Kultur wirklich liebt, macht in seinen Ferien im Land einen weiten Bogen um die Fastfood-Giganten McDonald's und Burger King, Pizzerias sowie asiatische Esstempel. Er frühstückt viel lieber in einem kleinen Bistro, isst am Mittag eine Kleinigkeit in einer Crêperie und lässt den Tag bei einem feinen Stück Fleisch und einem guten Schuck Wein in einem edlen Lokal ausklingen.

3. Die grossen französischen Romanciers



Wer aus dem Schulunterricht nur Saint-Exupérys "Kleinen Prinzen" oder Molières "Dom Juan" kennt und sich nicht weiter mit französischer Literatur beschäftigt, verpasst so einiges. So beispielsweise Honoré de Balzac, der in seinen Romanen die Realität ziemlich ungeschminkt darstellte und als Vorläufer des Naturalismus gilt (Lesetipp: "La peau de chagrin", ein Werk, das den Konflikt zwischen der menschlichen Begierde und dem Wunsch nach einem langen Leben thematisiert). Als grösster französischer Autor überhaupt wird von vielen Victor Hugo verehrt, der mit seinen "Misérables" auch die Vorlage für Musicals oder Verfilmungen schuf. Zur Pflichtlektüre gehören muss für jeden Frankreich-Fan auch "Germinal", ein Werk von Emile Zola, welches das harte Leben der Minenarbeiter beleuchtet.

Balzacs Grabstätte auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise. (Bild: Keystone)

Balzacs Grabstätte auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise. (Bild: Keystone)

Victor Hugo (1802 - 1885). (Bild: GASPARD FELIX TOURNACHON NADAR (AFP))

Victor Hugo (1802 - 1885). (Bild: GASPARD FELIX TOURNACHON NADAR (AFP))












4. Die Vielfalt des Landes



Lust auf monumentale Bauwerke und eine Stadt, die in jeder Ecke die Geschichte dieses Landes atmet? Dann besuchen Sie Paris - Eiffelturm, Sacré-Coeur, Notre-Dame oder der Invalidendom laden zum Besuch. Ein Tagesausflug nach Versailles verschafft Einblicke in den unendlichen Prunk, in dem die französischen Könige lebten, während das einfache Volk darbte. Wer gerne Velo fährt, ist in der Region Loire mit seinen Schlössern richtig. Eher mondän geht es im Süden des Landes an der Côte d'Azur zu, wo sich die Stars nicht nur während des Filmfestivals die Klinke in die Hand geben. Vous voyez: Frankreich ist nicht nur eine, sondern viele Reisen wert - egal ob am Nationalfeiertag oder sonstwann.

Die bei vielen Touristen beliebte Sacré-Coeur in Paris. (Bild: Keystone)

Die bei vielen Touristen beliebte Sacré-Coeur in Paris. (Bild: Keystone)

Im Schloss von Versailles bei Paris. (Bild: Keystone)

Im Schloss von Versailles bei Paris. (Bild: Keystone)

Das Schloss Chambord in der Loire-Region. (Bild: Keystone)

Das Schloss Chambord in der Loire-Region. (Bild: Keystone)



5. Französische Fussballkunst



D'accord, les Bleus haben die hochgesteckten Erwartungen ihrer Compatriotes an der Heim-EM zwar nicht ganz erfüllen können und mussten sich mit dem Vize-Europameistertitel begnügen. Trotzdem: Wer das runde Leder liebt, kommt nicht an Frankreichs Fussballkünstlern vorbei. In den 80er-Jahren aktiv war Michel Platini, der als einer der besten Zehner aller Zeiten gilt und auf dem Platz eine wesentlich bessere Figur abgab als Jahre später als Uefa-Präsident.

Bei Fussballfreunden unvergessen sind auch Namen wie Jean-Pierre Papin oder Basile Boli - ganz zu schweigen vom brillanten Zinédine Zidane, der die Franzosen 1998 zum WM-Titel führte.

Aktuelle Vedettes des französischen Ballzaubers sind der erst 23-jährige Paul Pogba und Antoine Griezmann, mit sechs Treffern der beste Torschütze der vergangenen Euro.



US-Schauspieler Mel Gibson mit Freundin in Cannes. (Bild: Keystone)

US-Schauspieler Mel Gibson mit Freundin in Cannes. (Bild: Keystone)