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FORSCHUNG: Kaffeesatz wird Energiequelle

Dass sich aus Kaffeesatz hochwertiges Methan gewinnen lässt, haben Forscher am Paul-Scherrer-Institut nachgewiesen.
Wer hätte das gedacht: Nicht nur als Gartendünger ist Kaffeesatz geeignet, sondern auch als Energiequelle. (Bild: Getty)

Wer hätte das gedacht: Nicht nur als Gartendünger ist Kaffeesatz geeignet, sondern auch als Energiequelle. (Bild: Getty)

Hobbygärtner nutzen Kaffeesatz gerne als Dünger. Die grossen Mengen, die bei der industriellen Herstellung von löslichem Kaffee anfallen, könnten künftig aber auch als Energiequelle dienen: Forschende zeigen mit einem am Paul-Scherrer-Institut PSI entwickelten Verfahren, wie sich aus Kaffeerückständen hochwertiges Methan herstellen lässt. Dieses liesse sich zur Stromerzeugung nutzen oder ins Erdgasnetz einspeisen, teilte das Forschungs­institut am Donnerstag mit. Ausgangsprodukt für den Pilotversuch war nasser Kaffeesatz, den der Lebensmittelkonzern Nestlé zur Verfügung stellte. Das Material erhitzten die Wissenschafter bei hohem Druck auf 450 Grad Celsius. Das Wasser im Kaffeesatz gerate dadurch in einen sogenannten überkritischen Zustand, schrieb das PSI. Das helfe dabei, die im Kaffeerest enthaltenen Nährsalze abzutrennen, die sich sonst im Wasser auflösen würden. Was vom Kaffeesatz übrig bleibt, werde mit Hilfe eines speziellen Katalysators zu Methan umgewandelt. Die Bilanz der ersten Versuche: 60 Prozent der in den Kaffeerückständen enthaltenen Energie liess sich in Methan umsetzen.

Damit wollten die Forschenden zunächst die Machbarkeit ihres Verfahrens beweisen. Als nächstes soll nun ein Test mit einer leistungsfähigeren Anlage folgen, die derzeit am PSI aufgebaut wird: Erst damit liessen sich die Ergebnisse auf einen indus­triellen Massstab hochrechnen. Auch müsse die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens noch geklärt werden. Ebenfalls weiterverfolgen wollen die Wissenschafter, ob man die abgetrennten Nährsalze und vor allem den darin ­gebundenen Stickstoff für die Düngerproduktion verwenden könnte. Besonders der hohe Stickstoffgehalt macht den Kaffeesatz nämlich zu einem sehr gerne verwendeten Garten­dünger. (sda)

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