Flugverbot für Drohnen vor Uhu-Nestern gefordert

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VögelBisher waren Vögel im Luftraum relativ ungestört. Mehr und mehr müssen sie ihn aber mit Drohnen teilen. Generell sind Vögel empfindlicher auf die ferngesteuerten Flugobjekte als andere Wildtiere, wie eine Studie der Vogelwarte Sempach im Fachblatt «PLOS One» zeigt. Allerdings reagieren Vögel je nach Vogelart unterschiedlich.

Manche Vögel ergriffen bereits die Flucht, wenn die Drohne noch weit entfernt sei. Andere Arten zeigten nur gesteigerte Aufmerksamkeit oder schienen gar nicht zu reagieren. Das heisse aber nicht, dass die Drohnen keinen negativen Einfluss hätten, warnen die Experten: Brütende Vögel blieben auch bei einer Störung meist im Nest, könnten aber trotzdem unter Stress stehen. Werden sie zu stark und wiederholt gestört, können sie die Brut abbrechen oder gar nicht erst beginnen.

Generell reagieren grosse Vögel eher als kleine, und Vogelschwärme ergreifen eher die Flucht als einzelne Individuen oder kleine Gruppen. Die Grösse der Drohne und der durch sie verursachte Lärm spielen ebenfalls eine Rolle.

Aus den Erkenntnissen hat die Vogelwarte Empfehlungen erarbeitet. Diesen zufolge sollten Flüge entlang von Felswänden unterlassen werden. Dies gelte insbesondere von Februar bis Juli, wenn Wanderfalke und Uhu brüten, die beide empfindlich auf Störungen reagieren. Auch sollte man Starts und Landungen sowie abrupte Richtungswechsel in der Nähe von Vögeln vermeiden.

Ebenfalls sollten Flüge über Naturschutzgebieten tabu sein. Über Vogelreservaten und Jagdbanngebieten herrsche bereits ein Flugverbot. Für Forscher ergibt sich daraus aber ein Dilemma, werden doch Drohnen auch für die Bestandsaufnahme von Tieren eingesetzt. «Im Vergleich zu einer Begehung des Geländes zum Zählen oder dem Aufstieg einer Person zu einem Horst stellen Drohnen eine deutlich geringere Störung dar», sagte Michael Schaad von der Vogelwarte. Die Vogelwarte selbst setze bisher keine Drohnen ein. (sda)