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Fernsehen am Bürocomputer

Randnotiz
Hansruedi Kugler

Schon blöd, haben Firmen noch Angestellte. Wenn eine Firma nämlich nur eine Firma wäre – ja dann müsste man die Forderung, auch Firmen sollten eine Mediengebühr zahlen, tatsächlich als vollkommen absurd beurteilen. Nimmt man den Schweizerischen Gewerbeverband beim Wort, kommt man exakt zu diesem Urteil. Er schreibt: «Aus der Natur der Sache können nur natürliche Personen Radio und Fernsehen konsumieren, mit Sicherheit aber nicht Firmen.» Nun: Wir Feuilletonisten nehmen gerne alles sprachlich genau. Und da vermissen wir etwas. Denn Firmen ohne Angestellte sind äusserst seltene Geschöpfe.

Die allermeisten Firmen haben ziemlich normal funktionierende Angestellte. Meine Erfahrung zeigt: Auf jeder Baustelle erfreut ein Radio die Maler, Elektriker, Maurer und Sanitärinstallateure. Und in den unzähligen Büros? In der Mittagspause Skirennen am Computer, nachmittags oder nach Feierabend noch Roger Federer schauen – mit Vorliebe auf den Schweizer Kanälen.

Journalismus kann ein kritisches Scharnier sein zwischen der Lebensrealität und interessengesteuerten politischen Forderungen. In diesem Falle freue ich mich auf die Begriffserweiterung des Wortes «Firma» auf «Belegschaft» oder «Angestellte».

Hansruedi Kugler

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