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FASHION: Gut berockt aus St. Gallen

Mit Röcken will Tamara Stadler die Modewelt erobern. So simpel die Schnitte, so edel die St. Galler Stickereien, aus denen die Jupes geschneidert sind. Trotzdem soll man sie mit Shirt und Turnschuhen kombinieren.
Katja Fischer De Santi
Eines der edelsten Modelle von Ici-Maintenant: Rock aus weisser Stickerei mit Pailletten bestickt. (Bild: PD)

Eines der edelsten Modelle von Ici-Maintenant: Rock aus weisser Stickerei mit Pailletten bestickt. (Bild: PD)

Katja Fischer De Santi

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@tagblatt.ch

Als kleines Mädchen wollte ­Tamra Stadler jeden Tag Rock tragen. Selbst kratzige Strumpfhosen hielten sie nicht davon ab. Nur mit Mühe konnte ihr die ­Eltern ausreden, auch noch über den Skianzug einen Jupe zu zerren. «Der Rock ist das femininste Kleidungsstück überhaupt, wir sollten ihn mehr schätzen», sagt sie heute. Selbstverständlich, dass sie zum Treffen in ihrem St. Galler Büro einen bodenlangen Rock trägt, dazu silberne, hochhackige Pumps. Die schlanke Frau mit den rotblonden, langen Haaren ist eine modische Erscheinung. Und das beste Model für ihr ­junges Label «Ici Maientenant». Die Mission des Unternehmens: Aussergewöhnliche, aber alltagstaugliche Röcke aus edlen St. Galler Stickerei-Stoffen entwerfen und über ihren Webshop ver­kaufen.

Aussergewöhnlich sind auch die Anschaffungspreise dieser Jupes: 500 bis über 1000 Franken. Gerechtfertigt werde der Preis durch die Stoffe; Guipure, Pailletten, alles vom Feinsten. Allein die Meterpreise liegen schon in schwindelerregenden Höhen. «Diese Stickerei-Stoffe sind ein riesiger Schatz.» Es sei schade, dass selbst an einer Opernpremiere in St. Gallen Frauen höchst selten Kleider aus heimischen Stoffen trügen. Wobei die gelernte Textilfachfrau auch sagt, dass es unsinnig sei, sich einen 900 Franken teuren, wunderschönen Rock zu kaufen, um ihn dann ein einziges Mal zu tragen. Ihr Lösungsansatz: «Schöne Röcke machen zu jeder Tageszeit Spass und sind selbst mit Turnschuhen noch feminin.» Sie selbst hat sich vor Jahren einen knielangen Jupe aus einem grünem Pailletten-Stoff von Schlaepfer nähen lassen. «Ein super Teil, damit bin ich stundenlang im Flugzeug und in zig Meetings gesessen. Eine einzige Paillette musste ich seither ersetzten.»

Unzählige Prototypen für den perfekten Rock

Mehr als 25 Jahre war die zweifache Mutter in der Textilbranche tätig, zuerst bei Jacob Schlaepfer, später bei Hanro und Calida. Immer im Marketing und Vertrieb. Von Stoffen und Design versteht sie viel, übers Nähen und die Schnitttechnik hat sie seit der Gründung ihres Labels vor gut einem Jahr viel dazu gelernt. «Wir haben mit einem einfachen Schnitt begonnen, um einen hohen Qualitätsstandard zu erarbeiten.» Unzählige Prototypen seien notwendig gewesen, um den perfekten Bleistiftrock zu realisieren. «Einer, der nicht zwickt.» Gefertigt werden die Modelle in der Schweiz. Auch dies rechtfertige den Preis.

Ihre Jupes sollen Frauen ins Büro, zum Apéro und natürlich zur Abendeinladung begleiten. «Alles eine Frage des Stylings», sagt die Mutter zweier Töchter und zeigt auf ihrem Laptop so-fort einige Varianten: weisser Guipure-Jupe mit Ringelpulli und Biker-Stiefeln. Dunkelblauer Spitzen-Rock mit weisser ­Bluse und Lederjacke. Sieht gut aus, braucht aber etwas modisches Geschick und Mut. Wer sich dies selbst nicht zutraut, kann die Röcke in der St. Galler Boutique Le Soir Le Jour anprobieren und sich dort auch fürs richtige Styling der edlen Teile beraten lassen.

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