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Explosives Liebesleben der Schriftsteller

Lesbar Literatur

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Pauline Luisa Krätzig Verliebte Literaten. 14 Porträts von Schreibenden. NZZ Libro, 155 S., Fr. 39.–

Für moderne Literaturwissenschafter ist dies die Ursünde: Die Bücher aus der Biografie ihrer ­Autoren erklären. Und doch reizt der Voyeurismus, weil das Leben manchmal ziemlich explosive Liebesgeschichten schreibt – gerade auch von Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Die Münchner Journalistin Pauline Luise Krätzig hat sich durch Berge von Briefen, Tagebüchern und Memoiren gekämpft und vermeidet fast immer den Kurzschluss zwischen Werk und Leben. In äusserst dichten 14 Kurzessays schreibt sie über die lesbische Selma Lagerlöf, den wankelmütigen Franz Kafka, den schwulen Thomas Mann, über Anais Nin mit ihren gleichzeitig zwei Ehemännern und die hilflose Liebe Arthur Millers zur unglücklichen Marilyn Monroe. Krätzig nervt sich über die in Liebesdingen gezierte Ingeborg Bachmann, lacht mit Agatha Christie über deren Galgenhumor, mit dem die Krimiautorin über ihren untreuen Gatten schrieb. Die als Serie in der NZZ am Sonntag veröffentlichen Porträts sind nun in einem Band zusammengefasst. Zusammen ergeben sie ein faszinierend vielschichtiges Liebes- und Sittenbild des 20. Jahrhunderts.

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Edward Docx Am Ende der Reise. Roman, Kein&Aber, 512 S., Fr. 33.–

Mit den Söhnen zur Sterbehilfe in die Schweiz

«Ich hätte mich nie darauf einlassen sollen.» Denn den eigenen Vater von London in die Schweiz zu chauffieren, wo sich dieser von Dignitas ins Jenseits befördern lassen will, braucht starke Nerven. Edward Docx aber schreibt ein Roadmovie, das von der ersten Seite bis zum Schluss nach über 500 Seiten von so männlich-sarkastischem Humor geprägt ist, dass man den Roman in einem Zug lesen möchte. Dad ist Literaturwissenschafter, gewitzt und schlagfertig, die Söhne haben sich ineinander verkeilt und zerstritten, verstehen einander aber blind. Auf dem Weg mit dem Minibus durch Frankreich kochen die Emotionen noch einmal hoch. Wie sich die Männer ihre Scheinheiligkeit vorwerfen, beim Champagnertesten und beim Camping über die Scheidung der Eltern, über Politik, Shakespeare, ihre Kinder streiten: Solche ­Männergespräche sind selten und grandios. In Rückblenden baut Edward Docx Szenen ein, die dem Roman zusätzlichen Schwung geben.

Hansruedi Kugler

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