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EX-MISS-SCHWEIZ: Die witzige Miss und das Versteckspiel

Stéphanie Berger hat ihren «Miss-Stempel» längst abgeschminkt und tourt derzeit mit «No Stress, no Fun».
Desirée Müller
Am 21.10. im Diogenes-Theater in Altstätten: Stéphanie Berger.

Am 21.10. im Diogenes-Theater in Altstätten: Stéphanie Berger.

Bekannt durch lange Beine und ein schönes Lächeln zu werden, war nie der Plan der Ex-Miss-Schweiz. Nach vielen Auf und Abs hat es die 39-Jährige erneut geschafft: Ihr Programm «No Stress, no Fun» kommt beim Publikum sehr gut an. Ihre mittels Comedy, Gesang und Schauspiel erzählten Geschichten auf der Bühne sind «ehrlich». Denn: In einer Gesellschaft, in der oft nicht die Wahrheit gesagt werde, sei sie zwar ein Auslaufmodell – doch Ehrlichkeit, Treue und Loyalität sind für die gebürtige Bernerin und die alleinerziehende Mutter ein Muss. Ihre oft chaotische Lebenssituation ist sozusagen der Fundus der Unterhalterin. Denn im Alltag entstehen die Skripts für ihre Show. Ein Leben ohne Action und einer gesunden Portion Stress wäre «der persönliche Tod» für Stéphanie Berger.

Gab es ein Leben vor den Miss- Schweiz-Wahlen 1995?

Natürlich! Ich war ein glückliches (Scheidungs-)Kind. Im Juli 1995 hatte ich meine Lehre zur zahnmedizinischen Assistentin abgeschlossen und im September waren die Miss-Wahlen. Daher habe ich keinen Tag auf dem Beruf gearbeitet.

Ist das nicht schade?

Die Ausbildung war letztlich für die Katz – das stimmt. Allerdings hätte man mich sowieso besser auf eine Schauspielschule schicken sollen. Mein Vater ist Zahnarzt und daher war es damals mein Wunsch, möglichst viel Zeit mit ihm zu ver­bringen und nach der Ausbildung bei ihm zu arbeiten.

War es auch Ihr Wunsch, Miss Schweiz zu werden?

Überhaupt nicht. Ich sah den Wettbewerb als Sprungbrett ins Showbusiness. Ich wusste aber nicht, dass es so hart sein würde, sich zu beweisen, wenn man mal den Miss-Stempel auf der Stirn hat. Ich sage immer, es braucht fünfzehn Jahre, bis man über Nacht berühmt wird.

Und wie lange haben Sie gebraucht?

Seit 2006 bin ich in der Comedy- Szene unterwegs und «No Stress, no Fun» ist nun mein drittes Programm. Ich bin noch lange nicht angekommen, jedoch auf einem gutem Weg. Mein Wunsch in den nächsten Jahren wäre eine grosse Show in grossen Sälen.

Das möchten Sie alleine schaffen?

Alleine kann man gar nie erfolgreich sein. «Teamwork makes a Dream work.» Ich habe nun meine eigene Firma SB Entertainment und eine wunderbare Mitarbeiterin eingestellt. Dazu arbeite ich mit Autoren und Regisseuren zusammen.

Also stammen die Gags gar nicht aus Ihrer Feder?

Die Grundideen entwickle ich selbst oder gemeinsam mit den Autoren. Auch die Figuren stammen allesamt von mir. Sonst wäre die Show nicht authentisch.

Wie muss man sich Ihr Programm vorstellen?

Ich bin keine Schwarz-Weiss-Künstlerin. Meine Show ist ein Mix aus Comedy, Tanz, Gesang und Schauspiel.

Oft geht es um Pleiten, Pech und Pannen in Ihrem Leben. Müssten Sie sich einen anderen Job suchen, wenn Ihr Leben perfekt verlaufen würde?

Ich denke, so weit wird es nicht ­kommen. Etwas Stress und Drama brauche ich, um nicht durchzudrehen. Sollte mein Leben einmal in ganz geordneten Bahnen laufen, gibt es neue Themen.

Zum Beispiel?

Beziehungen. Oder als Oma stehe ich dann mit dem Rollator auf der Bühne und erzähle lustige Geschichten über meine Enkel.

Apropos Beziehungen …

Früher legte ich mein Liebesleben sehr offen dar. Nun möchte ich mich etwas zurückziehen.

Also gibt es jemanden?

Wer weiss …

Nehmen wir an, es gibt da tatsächlich jemanden. Ihr Partner müsste sehr verständnisvoll sein, oder?

In der Tat zahle ich einen hohen Preis für den Erfolg auf der Bühne. Oft ist es ein Versteckspiel. Ich muss auf­passen, was ich wo zu wem sage. Das ist die Kehrseite der Medaille. Doch Einsamkeit ist die Volkskrankheit Nummer eins. Daher verschliesse ich mein Herz nicht und lasse alles auf mich zukommen.

Was denkt Sohn Giulien über den Beruf seiner Mami?

Er kann über meine Witze auf der Bühne lachen. Zu meinem «Leid­wesen» hat er schon Gags von mir übernommen.

Welche denn?

Wir Frauen machen doch so ein Geräusch, wenn uns etwas nervt, eine Art «Tzzz … ahhh». Das kann er perfekt imitieren, wenn er sein Zimmer aufräumen sollte.

Ein lustiger Bub?

Humor muss man konditionieren. Wir sind nicht gemacht zum Lustigsein. Ich versuche aber, dass wir einmal am Tag richtig zusammen lachen können.

Wie stellen Sie das an?

Beispielsweise schmiere ich mir ein Stück Kuchen ins Gesicht und ermahne Giuli gleichzeitig, dass er anständig essen soll.

Interview: Desirée Müller

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